Belgien fährt Atomkraftwerk bei Aachen hoch - Protest in NRW

Das Wiederanfahren des belgischen Atomreaktors Tihange 2 bei Aachen hat heftige Proteste in Nordrhein-Westfalen ausgelöst.

Er halte es für einen großen Fehler, die umstrittenen Kraftwerksblöcke Tihange und Doel bei Antwerpen wieder ans Netz zu geben, sagte Wirtschafts- und Energieminister Garrelt Duin (SPD) am Dienstag in Düsseldorf. «Diese Kraftwerke genügen nicht im Geringsten unseren Sicherheitsanforderungen und stellen eine Gefährdung für die Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen dar.» Die Bundesregierung solle deshalb Druck auf die belgische Regierung ausüben, forderte Duin.

Das rund 70 Kilometer westlich von Aachen gelegene Kraftwerk sei am Montagabend um 21.21 Uhr ans Netz gegangen, teilte der Betreiber Electrabel im Internet mit. Die Wiederinbetriebnahme sei vollkommen sicher gewesen.

Der Reaktor war zuletzt im März 2014 wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet worden, nachdem Haarrisse am Reaktorbehälter entdeckt worden waren. Nach einer Überprüfung hatte die belgische Nuklearaufsichtsbehörde AFCN jüngst aber mitgeteilt, dass das Problem keine Gefahr für die Sicherheit der Reaktoren darstelle.

NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) sieht das anders: «Die belgische Regierung spielt russisches Roulette, denn Tihange ist ein Bröckel-Reaktor, der keine 100 Kilometer von der Landesgrenze entfernt ist. Seit Jahren nehmen die Probleme in der Anlage zu.» Zeitweise sei sogar radioaktives Wasser an einem Abklingbecken ausgetreten.