Ben-Hatira demontiert HSV: Hamburger Desaster in Berlin

Das kleine Zwischenhoch hat sich schon wieder verzogen, die Rückkehr von Pierre-Michel Lasogga an seine alte Wirkungsstätte wurde zu einem neuen Desaster für seinen Hamburger SV.

Ben-Hatira demontiert HSV: Hamburger Desaster in Berlin
Lukas Schulze Ben-Hatira demontiert HSV: Hamburger Desaster in Berlin

Der Dino der Fußball-Bundesliga verlor am 9. Spieltag der Saison bei Hertha BSC verdient mit 0:3 (0:0) und steckt mit sechs Punkten wie schon in der Vorsaison als Drittletzter im Tabellenkeller fest. Änis Ben-Hatira (59. und 85. Minute) und John Heitinga (65.) besiegelten mit ihren ersten Saisontoren die fünfte HSV-Pleite in der laufenden Spielzeit. Hertha (11 Punkte) belohnte sich für den großen Aufwand und fand mit dem dritten Heimsieg nacheinander den Anschluss zum Mittelfeld.

Rückkehrer Lasogga hatte sich von den härtesten der Hertha-Fans in der Ostkurve zum Spielbeginn gerade sein spezielles Pfeifkonzert abgeholt, da schalteten die Hamburger auf Offensive und überraschten zunächst die «Alte Dame». Mit den vier Punkten aus den vorangegangenen zwei Partie im Rücken deuteten die Gäste an, wie sich ihr Coach Joe Zinnbauer den samstäglichen Auswärtsauftritt eigentlich vorgestellt hatte: Ballbesitz und Zug zum gegnerischen Tor. Hertha-Torwart Thomas Kraft musste schon nach 29 Sekunden mit einem Ausflug weit außerhalb seines Strafraums gegen Lasogga klären.

Doch mehr als Andeuten wurde es dann nicht beim HSV, für den Marcell Jansen statt Lewis Holtby beginnen durfte. Hertha stellte sich besser ein und übernahm im eigenen «Wohnzimmer» immer mehr die Kontrolle. Und die Berliner, die zuvor schon ihre Heimspiele gegen Wolfsburg (1:0) und Stuttgart (3:2) gewonnen hatten, erspielten sich auch Torgelegenheiten. Allein Ben-Hatira, der einmal eine Saison für den HSV spielte, hätte schon vor der Pause für eine Vorentscheidung sorgen können. Gleich dreimal fehlte dem Offensivmann die letzte Konsequenz und Abgeklärtheit.

Vor allem den bis dahin attraktivsten Angriffszug der Gastgeber über Salomon Kalou und den Ex-Hamburger Per Skjelbrad konnte Ben-Hatira nicht veredeln, aus Mittelstürmerposition schoss er frei stehend HSV-Schlussmann Jaroslav Drobny an (34.). Zuvor war der nach Flanke von Roy Beerens ein Kopfball von Kalou nur knapp am Hamburger Tor vorbeigeflogen (30.). Der eingewechselte Berliner Marcel Ndjeng traf mit einem 25-Meter-Schuss die Latte (57.).

Bundestrainer Joachim Löw auf der Tribüne sah auch nach der Pause, wie sich der Ex-Berliner Lasogga und seine HSV-Kollegen quälten. Herthas U 21-Nationalspieler Niko Schulz, der auf der DFB-Problemposition links in der Abwehr spielt, musste mit Muskelproblemen nach 45 Minuten raus. Löws ehemaliger Schützling Jansen, der schon in Durchgang eins die einzige HSV-Möglichkeit vergeben hatte, konnte freigespielt von Rafael van der Vaart Herthas starken Schlussmann Kraft nicht überwinden (65.).

Im Gegenzug markierte Ben-Hatira nach schöner Kombination über Kalou und Valentin Stocker die verdiente Berliner Führung. Nach Ecke von Ben-Hatira traf Hajume Hosogai zunächst den Pfosten des HSV-Tores, der niederländische Routinier Heitinga staubte ab. Und schließlich vollendete Matchwinner Ben-Hatira nach Zuspiel von Skjelbred den Berliner Erfolg. Zu dem Zeitpunkt war Lasogga schon ausgewechselt.