Bericht: Intel will Pay-TV-Service verkaufen

Intel will sich von seinem Pay-TV-Projekt verabschieden und den Service OnCue noch in diesem Jahr verkaufen. Der weltgrößte Chiphersteller visiert einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge dabei einen Preis von für 500 Millionen Dollar an.

Der potenzielle Käufer Verizon habe bereits Gespräche mit TV- und Kabel-Sendern über einen Streaming-Dienst geführt, berichtet Bloomberg unter Berufung auf nicht genannte Personen.

Der Telekom- und Internet-Provider Verizon unterhält in den USA bereits ein Glasfaser-Netzwerk, über den das Unternehmen auch Pay-TV-Angebote in Konkurrenz zu den Kabel-Anbietern sendet. Dem Bericht zufolge hatte Intel zuvor auch mit Samsung und Liberty Global über einen Verkauf gesprochen. Der von Intel anvisierte Preis würde die Entwicklungskosten wieder ausgleichen, hieß es.

Intel hatte das ambitionierte Projekt vor knapp zweieinhalb Jahren in den USA gestartet. Der Service sollte TV-Sendungen und Filme auf Abruf über schnelle Internet-Leitungen statt über Kabel an Fernsehgeräte, aber auch an Tablets und Smartphones schicken. Im Februar hatte Intels Medien-Spezialist Eric Huggers den Dienst noch für dieses Jahr angekündigt. Intel wollte dafür eine Settop-Box und die entsprechende Software liefern. Probleme gab es allerdings, entsprechende Verträge mit attraktiven Inhalte-Anbietern zu vereinbaren.

Zuletzt hatte vor allem Intels neuer Chef Brian Krzanich bei den TV-Ambitionen auf die Bremse getreten. Der seit Mai amtierende Krzanich will derzeit alle Kraft auf das Geschäft mit Chips für mobile Geräte investieren. Ungewöhnlich offen sprach Krzanich vor kurzem mit der «New York Times» über die drängenden Probleme des Konzerns. «Die Zukunft ist einfach, Computer-Geräte werden immer kleiner», sagte Krzanich. Intel habe den boomenden Markt der Tablets an sich vorbeiziehen lassen und müsse nun den Preis dafür zahlen.

OnCue war nicht Intels erster Versuch, in das TV-Geschäft vorzudringen. Bereits vor Jahren sollte der Vorstoß mit der speziellen Chip-Plattform «Viiv» gelingen. Auch eine anfängliche Partnerschaft mit Philips brachte keinen Erfolg, die TV-Hersteller setzten lieber auf Eigenentwicklungen. Das Projekt wurde vor zwei Jahren wieder aufgegeben.