Bericht: Spähaktionen in Italien zielten auch auf Wirtschaft

Die umfangreichen Abhöraktionen des britischen Geheimdienstes in Italien sollen einem Medienbericht zufolge auch die Wirtschaft des Landes zum Ziel gehabt haben. Die britische Regierung habe unter anderem den Auftrag erteilt, Daten zur Unterstützung «des Wohls der britischen Wirtschaft» zu sammeln.

Dies berichtete das italienische Magazin «L'Espresso» unter Berufung auf Dokumente des Informanten Edward Snowden. Konkrete Beispiele oder Fälle wurden nicht genannt.

Zudem habe der britische Geheimdienst GCHQ mit seinem Programm «Tempora» Informationen zu den «politischen Absichten der ausländischen Regierungen zusammentragen» sollen. Laut Magazin könnte dies bedeuten, dass auch Italiens Regierungschef Enrico Letta sowie zahlreiche Minister und Parlamentarier überwacht wurden.

Italien soll dem Bericht zufolge besonders stark von den Spähaktionen der USA und Großbritanniens betroffen gewesen sein. Ein Grund ist seine Funktion als Knotenpunkt für die Kommunikation im Mittelmeer. Vor allem die großen Unterwasser-Datenautobahnen seien für die Geheimdienste interessant gewesen, da ein Großteil des internationalen Telefon-, Mail- und Internet-Verkehrs über Sizilien laufe, so das Magazin.