Bericht: Verfassungsschutz sendet mehr «stille SMS» zur Ortung

Der Verfassungsschutz verschickt einem Medienbericht zufolge sehr viel mehr sogenannte stille SMS, um Personen zu orten. Im zweiten Halbjahr 2014 habe der deutsche Inlandsgeheimdienst rund 142 000 solcher heimlichen Nachrichten an Mobiltelefone von Verdächtigen versandt.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Im halben Jahr davor waren es nur 53 000, wie im Herbst bekanntwurde. Der Linken-Abgeordnete Andrej Hunko hatte beide Zahlen bei der Bundesregierung erfragt. Er kritisierte den Einsatz der Ortungs-SMS: Sie verstießen gegen die Privatsphäre.

Mithilfe stiller SMS können Sicherheitsbehörden sehr genau herausfinden, wo sich Mobiltelefone befinden. Die Nachrichten werden auf dem Display des Empfängers nicht angezeigt, das Telefon bestätigt jedoch unbemerkt den Eingang der SMS.

Der «Spiegel» schreibt, der Grund für den sprunghaften Anstieg der SMS-Ortung beim Verfassungsschutz sei die «stetig wachsende Zahl von Dschihadreisenden nach und aus Syrien und Irak». Bundeskriminalamt und Bundespolizei verschickten dagegen weniger Ortungs-SMS.