Bericht: VW heuert im Abgas-Skandal bekannte US-Kanzlei an

Im Abgas-Skandal hat die Volkswagen AG die bekannte US-Anwaltskanzlei Kirkland & Ellis LLP angeheuert. Das berichtete die Agentur Bloomberg am Dienstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf eine VW-Sprecherin.

Bericht: VW heuert im Abgas-Skandal bekannte US-Kanzlei an
Bob Pearson Bericht: VW heuert im Abgas-Skandal bekannte US-Kanzlei an

Die Kanzlei hatte den Ölkonzern BP nach der Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon» im Jahre 2010 mit elf Toten vertreten. Eine Sprecherin der Kanzlei lehnte eine Stellungnahme ab. Durch mögliche Klagen und Strafgelder drohen dem deutschen Autobauer Milliardenschäden.

Mehrere US-Bundesstaaten sind inzwischen dabei, ein Bündnis zu formen, um Ermittlungen gegen VW einzuleiten. Das bestätigte ein Sprecher des New Yorker Staatsanwalts Eric Schneiderman. Für VW bahnt sich damit noch größerer Ärger an: Sowohl wegen möglicher Straftaten wie Betrug als auch wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Umweltgesetze könnten auf bundesstaatlicher Ebene empfindliche Strafen und Bußgelder verhängt werden.

Nach der öffentlichen Entschuldigung von VW-Chef Martin Winterkorn für den Abgas-Skandal wird nun mit Spannung eine Reaktion des mächtigen Aufsichtsratspräsidiums erwartet. Das Gremium will sich heute erneut an einem geheimen Ort treffen und das weitere Vorgehen besprechen. Am Dienstagabend gab es bereits ein Vorgespräch, es drangen aber keine Meinungen an die Öffentlichkeit.

Spannend bleibt auch die Reaktion der Börse - an den vergangenen beiden Handelstagen hatte die VW-Aktie rund ein Drittel ihres Wertes verloren.

Winterkorn hatte am späten Dienstagnachmittag öffentlich um Entschuldigung für Manipulationen von Abgastests bei VW-Dieselautos gebeten und rasche Aufklärung versprochen. Zuvor hatte der Konzern bekanntgegeben, dass weltweit elf Millionen Wagen betroffen sind. VW bildet daher eine Milliarden-Rückstellung und hat eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Dem Konzern drohen Milliardenschäden durch mögliche Klagen und Strafgelder.