Bundesweit Warnstreiks bei der Post

Im Tarifkonflikt um kürzere Arbeitszeiten bei der Post hat die Gewerkschaft Verdi am Dienstag bundesweit mehrere tausende Mitarbeiter zu Warnstreiks aufgerufen.

Die Aktionen starteten bereits in der Nacht und am Morgen in Ost- und Norddeutschland. Später kamen Bayern und Nordrhein-Westfalen dazu.

«Wir gehen davon aus, dass am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen nur wenige Briefe zugestellt werden können», sagte ein Verdi-Sprecher. Ein Post-Sprecher sagte, die Folgen ließen sich erst am nächsten Morgen abschätzen. Bis zum Dienstagnachmittag habe sich der Streikverlauf in Grenzen gehalten. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 20. und 21. Mai in Königswinter bei Bonn statt.

Bei früheren Warnstreiks waren laut Post maximal 10 Prozent der Sendungen einen Tag verspätet zugestellt worden. Von den 130 000 Tarifangestellten hätten nur bis zu 10 000 mitgemacht, sagte der Postsprecher. Außerdem habe die Post noch rund 38 000 Beamte, die von dem Konflikt nicht betroffen sind. Verdi wollte die Warnstreiks zum Dienstagabend hin noch ausweiten und an einigen Orten bis zum Mittwochmorgen fortsetzen, wie ein Sprecher ankündigte. Entscheidend für die Zustellung ist neben den Briefträgern am Morgen vor allem die vorherige nächtliche Arbeit in den Post-Sortierzentren.

Die vierte Post-Tarifrunde war am Samstag ergebnislos abgebrochen worden. Verdi fordert eine Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich und 5,5 Prozent mehr Geld. Die Post hatte unter anderem angeboten, den Kündigungsschutz um drei Jahre bis Ende 2018 zu verlängern, weitere Erholungszeiten zu vereinbaren und den 24. und 31. Dezember wieder als arbeitsfreie Tage einzuführen.

Das lehnt Verdi als «Mogelpackung» ab. Der angebotene Kündigungsschutz bis 2018 sei wertlos, weil die Post schon ab 2016 freie Hand für die Gründung von billigeren Konkurrenz-Unternehmen im eigenen Haus haben wolle, sagte ein Verdi-Sprecher.