Berlin: «Guardian»-Fall in Deutschland «kaum vorstellbar»

Die Bundesregierung hat sich vom Vorgehen der britischen Behörden gegen die angesehene Tageszeitung «The Guardian» distanziert.

Berlin: «Guardian»-Fall in Deutschland «kaum vorstellbar»
Andy_Rain Berlin: «Guardian»-Fall in Deutschland «kaum vorstellbar»

«Ein solches Szenario ist bei uns kaum vorstellbar», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Für die Bundesregierung seien Pressefreiheit und auch der Schutz von journalistischen Quellen «hohe Güter», die geschützt werden müssten.

Seibert vermied jedoch jede offene Kritik am EU-Partner. «Großbritannien ist ein Land der Freiheit, der Demokratie und ein Land mit einer extrem lebendigen Presselandschaft. Da braucht es kein Zutun durch den Regierungssprecher in Deutschland.» Auf die Bemerkung des Menschenrechtsbeauftragten Markus Löning (FDP), Großbritannien habe eine rote Linie überschritten, wollte er nicht näher eingehen.

Auf Drängen der britischen Behörden hatte der «Guardian» Computer-Festplatten zerstört, auf denen Material des US-«Whistleblowers» Edward Snowden gespeichert war. Dessen Enthüllungen werfen seit Wochen ein schlechtes Licht auf das Vorgehen der Geheimdienste in den USA und Großbritannien.