Ägyptischer Journalist weiter in Gewahrsam

Der ägyptische Fernsehjournalist Ahmed Mansur ist nach Angaben der Bundesregierung auf Grundlage eines über Interpol verbreiteten Fahndungsersuchens festgenommen worden, das bereits aus dem Oktober stammt.

Laut Auswärtigem Amt geht es dabei nicht nur um die Vollstreckung eines rechtlich umstrittenen Urteils, sondern auch um neue Vorwürfe gegen den Journalisten.

Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft prüft nun, ob sie die Freilassung oder eine Auslieferung beantragt. Wie lange die Prüfung dauert, blieb nach Justizangaben vom Montag zunächst offen. Ob gegen den prominenten Journalisten förmlich Auslieferungshaft verhängt wird, müsste das Kammergericht entscheiden.

Mansur sitzt derzeit im Gewahrsam in der Berliner Justizvollzugsanstalt Moabit. Wie ein Gerichtssprecher sagte, handelt es sich nicht um Haft, sondern eine «Festhalteanordnung» des zuständigen Amtsrichters.

Mansur arbeitet für den arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira. Er war am Samstag auf dem Flughafen Berlin-Tegel festgenommen worden, als er nach Doha fliegen wollte. Die Bundespolizei hatte erklärt, es liege ein internationaler Haftbefehl auf Grundlage eines ägyptischen Ersuchens vor. Mansur bestreitet, dass es einen internationalen Haftbefehl gibt.

Mansurs Anwalt Fazli Altin kritisierte die Vorwürfe der ägyptischen Behörden als unbestimmt. Mansur werde etwa beschuldigt, Unwahrheiten verbreitet zu haben, die die innere Sicherheit Ägyptens gefährdeten.

Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, kündigte eine «intensive Prüfung» an. Zugleich verwies er darauf, dass die Bundesregierung Entscheidungen der ägyptischen Justiz in den vergangenen Monaten mehrfach kritisiert habe.