AfD hat erstmals seit einem Jahr Wahlerfolg nicht mehr sicher

Mit der Wahl in Bremen ist die Erfolgsserie der Alternative für Deutschland (AfD) in gewissen Sinne abgerissen.

Bei den vergangenen fünf Wahlen hatte sie jeweils locker den Sprung ins Parlament geschafft: im Mai 2014 ins Europaparlament, dann in die Landtage von Sachsen, Thüringen und Brandenburg sowie in diesem Februar in die Hamburger Bürgerschaft. Allerdings hatte das Hamburger Ergebnis (6,1 Prozent) schon deutlich unter denen zuvor im Osten (9,7 bis 12,2) gelegen. In Bremen sank es nun nochmal.

Das dürfte nun auch mit dem öffentlich ausgetragenen Richtungsstreit zwischen dem bürgerlich-liberalen Flügel um Parteigründer Bernd Lucke und dem nationalkonservativen Flügel zu tun haben. Die nationalkonservativen um Frauke Petry und Alexander Gauland haben vor allem in Ostdeutschland viele Anhänger. Das Ringen geht soweit, dass es bereits Spaltungsgerüchte gibt.

Die AfD ist erst im Februar 2013 gegründet worden. Im ersten Jahr bestand sie vor allem aus Konservativen, die sich rechts von der CDU/CSU politisch heimatlos fühlten. Hinzu kamen Liberale, die von der FDP enttäuscht waren. Doch zunehmend fühlen sich auch nationalkonservative und rechte Kräfte von der Partei angezogen.

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten der AfD zählen die Kritik an der Eurorettungspolitik und die Forderung nach einer familienfreundlicheren Steuer- und Sozialpolitik. Außerdem wirbt die Partei für eine an Wirtschaftsinteressen und Integrationschancen orientierte Einwanderungspolitik.