Bahn-Schlichter wollen Ergebnis präsentieren

Nach fünf Wochen Schlichtung im Tarifkonflikt der Lokführergewerkschaft GDL mit der Deutschen Bahn soll heute das Ergebnis bekanntgegeben werden.

Bahn-Schlichter wollen Ergebnis präsentieren
Sophia Kembowski Bahn-Schlichter wollen Ergebnis präsentieren

Die beiden Schlichter, der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linkspartei) und der frühere Brandenburger Regierungschef Matthias Platzeck (SPD), wollen sich in Berlin in einer Pressekonferenz äußern. Sie hatten die Aufgabe, den festgefahrenen Tarifkonflikt zu lösen.

Möglich ist, dass die beiden Seiten den Konflikt beigelegt haben und einen Tarifabschluss präsentieren werden. Denkbar ist auch, dass Bahn und Gewerkschaft eine Teileinigung über die Grundlagen einer neuen Tarifstruktur erreicht haben und nun wieder in reguläre Verhandlungen treten. Eine weitere Verlängerung der Schlichtung ist dem Vernehmen nach nicht zu erwarten.

Die Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatten zuvor knapp ein Jahr nahezu ergebnislos verhandelt, neun Mal ließen die Lokführer die Züge stehen und brachten den Bahnverkehr in großen Teilen zum Erliegen - bis zu fünf Tage am Stück.

Das Kernproblem der Auseinandersetzung bestand im Ziel der GDL, für jede der bei ihr organisierten Berufsgruppen einen eigenen Tarifvertrag abzuschließen. Dabei sollten die Tarifabschlüsse nach Ansicht der GDL inhaltlich auch abweichen können von Verträgen mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Die Bahn dagegen wollte widerspruchsfreie Regelungen für alle Mitarbeiter unabhängig von deren Gewerkschaftszugehörigkeit. Für gleiche Tätigkeiten sollte es gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitszeiten geben

Zu den Gruppen, die von beiden Gewerkschaften umworben werden, gehören außer den Lokführern die Zugbegleiter, Bordgastronomen, Lokrangierführer und Disponenten/Planer. Insgesamt geht es um rund 37 000 Beschäftigte.