De Maizière besucht Anschlagsort in Tunesien

Drei Tage nach dem Terroranschlag in Tunesien reist Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an den Ort der Attacke. Mit dem Besuch wolle er sein Mitleid mit den Angehörigen der Opfer und seine Solidarität mit dem tunesischen Volk ausdrücken, erklärte das Innenministerium.

De Maizière besucht Anschlagsort in Tunesien
Andreas Gebert De Maizière besucht Anschlagsort in Tunesien

Ein Attentäter hatte am Freitag bei dem Angriff auf ein Strandhotel in Sousse 38 Menschen erschossen, bevor er selbst getötet wurde. Unter den Opfern ist mindestens ein Deutscher. Nach Informationen der Nachrichtenagentur PA starben mindestens 30 Briten.

Nach bisherigen Erkenntnissen handelte es sich bei dem Täter um einen 24-jährigen Studenten der Universität in Kairouan, einer Hochburg von Salafisten. Er hatte das Strandhotel «Imperial Marhaba» in dem Mittelmeerort Sousse überfallen und am belebten Strand das Feuer eröffnet. Zu dem Anschlag bekannten sich Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in einer nicht verifizierbaren Twitter-Mitteilung.

Der Vater des Attentäters distanzierte sich von seinem Sohn. «Nur Gott weiß, was meinen Sohn zu dieser Tat gebracht hat. Ich habe meinen Sohn nicht so erzogen. Nicht dazu erzogen, dass er Menschen tötet», sagte der in der nordtunesischen Stadt Gaafour lebende Mann in den ARD-«Tagesthemen». Er sehe die Bilder der Opfer vor seinen Augen und könne nicht nachvollziehen, wie sein Sohn unschuldige Menschen habe töten können. «Irgendwelche Leute müssen meinen Sohn indoktriniert haben, dass er so etwas tut.» Er habe keine Anzeichen für extremistisches Verhalten gezeigt.

Nach Angaben des tunesischen Gesundheitsministeriums konnten bis zum Sonntag 18 Opfer identifiziert werden. Die meisten Toten stammen demnach aus Großbritannien. Das Ministerium hatte von 14 getöteten Briten gesprochen. Zu den Opfern zählen auch ein Ire, ein Portugiese und ein Belgier. Der deutsche Generalbundesanwalt Harald Range hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und das Bundeskriminalamt (BKA) mit den Untersuchungen beauftragt.