Fall Mansur: Staatsanwälte wollen «unverzüglich» entscheiden

Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft will im Fall des festgenommenen ägyptischen Fernsehjournalisten Ahmed Mansur «unverzüglich» entscheiden. Derzeit werden die notwendigen Unterlagen besorgt und geprüft, wie ein Sprecher sagte.

Wann ein Ergebnis vorliegen soll, blieb offen. Die Staatsanwaltschaft muss befinden, ob sie die Freilassung oder Auslieferung von Mansur beantragt. Ob gegen den prominenten Journalisten Auslieferungshaft verhängt wird, müsste das Kammergericht entscheiden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es einen ägyptischen Haftbefehl gegen den Journalisten des arabischen TV-Senders Al Dschasira, der in die nationale deutschen Fahndung gegeben worden sei. Ob ein außereuropäischer Haftbefehl in die inländische Fahndung komme, sei eine Entscheidung der zuständigen Bundesbehörden, hieß es.

Zum Inhalt des Haftbefehls wurden keine Angaben gemacht. Mansur war am Samstag auf dem Flughafen Berlin-Tegel festgenommen worden, als er Deutschland wieder verlassen wollte. In der Hauptstadt hatte er den Nahost-Experten Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik interviewt. Die Regierung in Kairo betrachtet Al-Dschasira als Unterstützer der in Ägypten mittlerweile verbotenen Muslimbrüder. Der Sender gilt als scharfer Kritiker von Ägyptens Präsident Abdelfattah al-Sisi.