Gauck reist zu Staatsbesuch nach Irland

Bundespräsident Joachim Gauck beginnt heute einen dreitägigen Staatsbesuch in Irland. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die Lage in der Eurozone angesichts der Griechenland-Krise und die Zukunft der bilateralen Zusammenarbeit.

Gauck reist zu Staatsbesuch nach Irland
Jesco Denzel Gauck reist zu Staatsbesuch nach Irland

Zuletzt hatte 2003 der damalige Bundespräsident Johannes Rau Irland einen Staatsbesuch abgestattet.

Gauck wird auf der Reise von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt begleitet. Er wolle vor allem die Anstrengungen Irlands zur Überwindung der Finanzkrise würdigen und sich über weiter geplante Reformschritte informieren, hieß es aus dem Präsidialamt. Irland ist nach einem Hilfsprogramm unter dem Euro-Rettungsschirm und massiven Sparanstrengungen wieder auf Wachstumskurs.

Angesichts kritischer Äußerungen auch in Irland über den deutschen Kurs in der Eurokrise sagte Gauck in einem Interview der «Irish Times»: «Wir sollten noch mehr Verständnis für die unterschiedlichen Perspektiven unserer europäischen Partner aufbringen.» Auch bei Meinungsverschiedenheiten müsse es einen respektvollen und sachlichen Austausch geben.

Gauck wird bei der Ankunft in der Hauptstadt Dublin vom irischen Präsidenten Michael Higgins begrüßt. Am Mahnmal für die irischen Freiheitskämpfer legt er einen Kranz nieder. Danach trifft er mit Regierungschef Enda Kenny zusammen. Auch Gespräche mit Wirtschaftsvertretern sind geplant.

In der westirischen Stadt Galway besucht Gauck am Mittwoch ein Zentrum für Menschenrechte an der Universität und erhält dort auch die Ehrendoktorwürde. In einer Rede wird sich der Bundespräsident auch mit Verletzungen der Menschenrechte in vielen Teilen der Welt auseinandersetzen.