Greenpeace: Merkel muss bei Klimaschutz Farbe bekennen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss nach Ansicht der Umweltschützer von Greenpeace beim Klimaschutz endlich Farbe bekennen.

Greenpeace: Merkel muss bei Klimaschutz Farbe bekennen
Adrian Bradshaw Greenpeace: Merkel muss bei Klimaschutz Farbe bekennen

Merkel müsse sich entscheiden, ob sie als Klimakanzlerin oder als Kohlekanzlerin in die Geschichtsbücher eingehen wolle, sagte der Leiter für Internationale Klimapolitik bei Greenpeace, Martin Kaiser, der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Kanzlerin und der französische Präsident François Hollande werden heute (11.00 Uhr) in Berlin als Hauptredner beim Petersberger Klimadialog erwartet. Vertreter aus 35 Ländern bereiten den UN-Klimagipfel in Paris Ende des Jahres vor. Der renommierte Klimaexperte Kaiser meinte, Merkel könne sich drei Wochen vor dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau nicht mehr herausreden.

Gemeinsam mit Hollande müsse sie das Ziel ausrufen, dass bis zum Jahr 2050 die Energieversorgung der Welt komplett von Kohle, Öl und Atom auf erneuerbare Energien umgestellt werden sollte. «Technisch ist das möglich, wirtschaftlich ist es sinnvoll - ökologisch aber ist es unumgänglich», sagte Kaiser.

Der EU stellt er kein gutes Zeugnis aus. «Ein halbes Jahr vor Paris liegt Europas Klimapolitik am Boden. Das im vergangenen Herbst beschlossene Klima- und Energiepaket ist so schwach, dass deswegen kein einziges Kohlekraftwerk vom Netz gehen wird.» Die einstigen Vorreiter aus Europa drohten in Paris zur «Randnotiz» zu werden.