Kita-Streik ausgeweitet - Zehntausende Eltern betroffen

Die Gewerkschaften haben den unbefristeten Streik an kommunalen Kindertagesstätten auf alle Bundesländer ausgeweitet. Am Morgen legten auch Erzieher in Bayern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen die Arbeit nieder.

Zehntausende Eltern in ganz Deutschland mussten eine alternative Betreuung für ihre Kinder organisieren. Neben Erziehern wollten auch Sozialarbeiter und Sozialpädagogen etwa in Jugendzentren in den Ausstand treten.

Die Gewerkschaften fordern eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe unter anderem durch eine höhere Eingruppierung. Nach Darstellung der kommunalen Arbeitgeber sind die Forderungen - im Schnitt zehn Prozent mehr Lohn - nicht bezahlbar. In den meisten Bundesländern hatten bereits am vergangenen Freitag laut Gewerkschaft Verdi fast 20 000 Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes einen unbefristeten Streik begonnen.

Viele Firmen bieten Mitarbeitern mit Kindern wegen des Streiks spezielle Betreuungsangebote. Die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, erwartet von der Wirtschaft, dass auch sie Druck bei den Kommunen macht. Während die Firmen Mehrkosten für die Ersatzbetreuung der Kinder von Beschäftigten trügen, sparten die Kommunen bei den Gehältern der Erzieher, sagte Tepe der «Bild»-Zeitung (Montag). «Auch die Wirtschaft braucht funktionierende Kitas.»