Koalition erwägt mittelfristig Kooperation mit syrischen Truppen

Ist der Einsatz gegen den IS in Syrien auf eine Kooperation mit Machthaber Assad angewiesen? In der Bundesregierung wird zumindest über eine Zusammenarbeit mit Teilen der syrischen Armee diskutiert.

Verteidigungsministerin von der Leyen ist offen für die Beteiligung syrischer Truppen im Kampf gegen den sogenannten IS.
Friso Gentsch Verteidigungsministerin von der Leyen ist offen für die Beteiligung syrischer Truppen im Kampf gegen den sogenannten IS.

Bei ihrem geplanten Anti-Terror-Einsatz könnte die Bundeswehr nach Überlegungen in der Regierungskoalition mittelfristig auch mit syrischen Truppen zusammenarbeiten. Entsprechende Äußerungen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) stießen am Montag bei Union und SPD im Bundestag auf Zustimmung. Eine Kooperation mit Truppen unter dem Kommando des Machthabers Baschar al-Assad schloss die Bundesregierung aber aus. Die Beteiligung der Bundeswehr am Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) mit bis zu 1200 Soldaten soll zunächst auf ein Jahr befristet werden.

"Es wird keine Zukunft mit Assad geben, das ist klar", sagte von der Leyen am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". "Aber es gibt Teile der Truppen in Syrien, die man sehr wohl - wie in dem Beispiel Irak, wo ja erfolgreich die Ausbildung der lokalen Truppen stattgefunden hat - hier auch nehmen kann."

Der CDU-Verteidigungsexperte Roderich Kiesewetter sagte im ARD-"Morgenmagazin": "Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass in Syrien nicht der Fehler gemacht wird, der im Irak gemacht wurde vor zehn, zwölf Jahren, dass die sämtlichen Streitkräfte entlassen wurden, sich selbst überlassen blieben, sich radikalisiert haben." Der SPD-Verteidigungspolitiker Rainer Arnold sagte der "Rheinischen Post": "Es ist richtig, für den Neuaufbau des Landes und für den nachhaltigen Kampf gegen den IS auch mit Assads Truppen zusammenzuarbeiten." Das stehe aber noch nicht direkt auf der Agenda.