Krichbaum: Ablehnung in Union beschädigt Merkel nicht

Der CDU-Europapolitiker Gunther Krichbaum sieht Kanzlerin Angela Merkel wegen des Unmuts in der Unionsfraktion über neue Hilfen für Griechenland nicht beschädigt.

«Es geht hier um die Sachfrage, die im Vordergrund steht. Man sollte das jetzt auch nicht weiter hochstilisieren», sagte der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag am Freitag im ARD-«Morgenmagazin».

Der Bundestag wird heute in einer Sondersitzung darüber abstimmen, ob die internationalen Geldgeber neue Verhandlungen mit Griechenland über weitere Milliardenhilfen führen sollen. 48 Abgeordnete aus Merkels Fraktion haben angekündigt, mit Nein zu stimmen.

Der CSU-Finanzpolitiker Hans Michelbach rechnet sogar mit mehr als 50 Gegenstimmen. Einige Abgeordnete, die auch dagegen stimmen wollten, seien in der Vorabstimmung in der Fraktion am Donnerstagabend nicht anwesend gewesen, er dem Handelsblatt. Die CDU/CSU-Fraktion hat 311 der 631 Sitze im Parlament. Eine breite Mehrheit gilt trotz der Kritiker in ihren Reihen als sicher.

Krichbaum sagte, das Problem sei, dass Athen das Vertrauen zerstört habe. «Auf der anderen Seite geht es natürlich um mehr als nur Griechenland. Es geht darum, ob und wie wir in der Europäischen Union, vor allem in der Euro-Zone zusammenstehen.» Man stehe jetzt vor schwierigsten Verhandlungen mit Athen. «Auch die Option eines Grexit bleibt auf dem Tisch», betonte Krichbaum.