Lokführergewerkschaft macht Bahn für Streik verantwortlich

Für den längsten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn ist aus Sicht der Lokführergewerkschaft das Bundesunternehmen selbst verantwortlich.

«Die Eskalation verursacht die Deutsche Bahn AG», sagte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Claus Weselsky, in Berlin. In dem monatelangen Tarifkonflikt verhandele der Arbeitgeber, ohne ein Ergebnis zu wollen. «Einen Schritt vor, zwei zurück», das sei die Strategie der Bahn.

Forderungen nach einer Schlichtung wies Weselsky zurück. «Wir lassen nicht über Grundrechte schlichten.» Eine Schlichtung sei nur bei Fragen wie Entgelt und Arbeitszeiten möglich. In den Tarifverhandlungen ging es bislang aber vor allem um Strukturfragen.

Für Kritik aus der Bundesregierung an dem Ausstand, der im Personenverkehr in der Nacht zu Dienstag beginnen und sechs Tage dauern soll, zeigte der Gewerkschaftschef kein Verständnis. Weselsky sprach von einem Eingriff in die Tarifautonomie und dem Versuch, Streiks als etwas Unanständiges hinzustellen.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatten den Arbeitskampf kritisiert. Er sollte im Güterverkehr schon am Montagnachmittag beginnen.