Neue Einsichten: «Die Tocotronic-Chroniken»

Jüngst veröffentlichten sie ihr elftes Studioalbum und die Kritiker überwarfen sich wieder mit Lobeshymnen. Seit mehr als 20 Jahren erfreuen Tocotronic Fans und Feuilletonisten gleichermaßen mit ihrem Diskursrock.

Neue Einsichten: «Die Tocotronic-Chroniken»
Henrik Josef Boerger Neue Einsichten: «Die Tocotronic-Chroniken»

Neue Einblicke in die Band um Frontmann Dirk von Lotzow geben nun «Die Tocotronic-Chroniken», für die erstmals das umfangreiche Archiv geöffnet wurde. Auf knapp 400 Seiten gibt es Fotos, selbstgebastelte Flyer und Poster, aufgekritzelte Songtexte, erste Rezensionen, Schweißbänder oder eine alte Kassette mit der Aufschrift «Cooles Ding» - wie die Band einst heißen sollte - zu sehen. Hinzu kommen Interviews mit den vier Musikern und elf analytische Essays zu jedem bislang erschienenen Album.

«Die Tocotronic Chroniken» seien «ein Katalog, in dem alles preisgegeben wird und auch wieder nichts», schreiben Martin Hossbach und Jens Balzer in ihrem Vorwort. «Damit den Betrachterinnen und Lesern jener Freiraum des Genießens und der Erkenntnis verbleibt, den die Musik von Tocotronic seit jeher erzeugt und erfordert.»

Die Tocotronic Chroniken, Tocotronic & Martin Hossbach & Jens Balzer, 384 Seiten, 49,90 Euro, ISBN 978-3-351-05020-7