«Spiegel»: Neue Suchbegriffe in der BND-Affäre aufgetaucht

In der Affäre um die umstrittene Zusammenarbeit des Bundesnachrichtendiensts BND mit dem US-Geheimdienst NSA sind nach Angaben des «Spiegel» neue Listen mit Suchbegriffen aufgetaucht.

«Spiegel»: Neue Suchbegriffe in der BND-Affäre aufgetaucht
Peter Kneffel «Spiegel»: Neue Suchbegriffe in der BND-Affäre aufgetaucht

Auf BND-Rechnern in Pullach hätten Beamte in den vergangenen Wochen demnach bislang unbekannte Dateien mit amerikanischen Spähzielen aufgespürt. Die nun identifizierten Dateien aus den Jahren 2005 bis 2008 umfassten 459.000 sogenannte Selektoren, mit denen unter anderem europäische Institutionen, hochrangige politische Persönlichkeiten und Firmen im Ausland ausspioniert werden sollten. Das berichtete «Spiegel online» am Freitag. Nur 400 Selektoren wurden den Angaben zufolge aussortiert.

Die neuen Dateien zeigten, dass das Interesse der Amerikaner an Wirtschaftsunternehmen womöglich weitaus größer war, als bislang angenommen. Bisher war lediglich bekannt, dass die Rüstungsunternehmen EADS und Eurocopter sowie französische Diplomaten von der NSA mit Hilfe des BND überwacht werden sollten.

BND-Präsident Gerhard Schindler hatte am Donnerstag eingeräumt, dass die von der NSA übermittelten Suchkriterien für die abgefangenen Daten der Abhörstation in Bad Aibling nicht ausreichend überprüft worden seien. Vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages verteidigte Schindler dennoch eindringlich die Kooperation mit der NSA. Er warnte vor einer Beschädigung der internationalen Geheimdienstkooperation.