Unwetter mit Millionenschaden hat längerfristige Folgen

Die heftigen Unwetter vom Wochenende werden für die Menschen längerfristige Folgen haben. Die riesige Schlammlawine in Bayern richtete nach Angaben des Oberstdorfer Bürgermeisters einen hohen Millionenschaden an und machte vier Häuser vorläufig unbewohnbar.

Unwetter mit Millionenschaden hat längerfristige Folgen
Karl-Josef Hildenbrand Unwetter mit Millionenschaden hat längerfristige Folgen

Auf der Bundesgartenschau in Brandenburg, wo ein Ast im Unwetter einen Mann erschlug, bleibt das fragliche Gelände bis Freitag geschlossen. Und in Baden-Württemberg sperrten die Behörden bis auf weiteres die bei Touristen beliebte Wutachschlucht, nachdem Erdrutsche dort Brücken, Wege, Treppen und Übergänge zerstört hatten.

OBERSTDORF: «Die Gebäudeschäden sind immens. Und doch ist letztlich zum Glück nur Sachschaden entstanden, es gab keine Verletzten», sagte Bürgermeister Laurent Mies am Montag in Oberstdorf. Das Aufräumen nach der Schlammlawine vom Sonntag ging weiter. Vier Häuser unterhalb der Skisprungschanze waren nach Angaben der Feuerwehr noch unbewohnbar, da dort der Schlamm bis ins Erdgeschoss reichte. Ob ein Doppelhaus jemals wieder bewohnt werden kann, sollten Statiker in den nächsten Tagen prüfen. Es galt zunächst als einsturzgefährdet. Auch am Skisprungstadion ist Schaden entstanden.

BUNDESGARTENSCHAU: In Rathenow, einem von fünf Standorten der diesjährigen Bundesgartenschau, bleibt das Gelände bis zum Freitag geschlossen. Dort war ein 25 Zentimeter dicker Ast im Unwetter am Samstag vom Baum gebrochen und hatte einen 49-Jährigen erschlagen. Die Ehefrau des Opfers erlitt einen Schock. Die Staatsanwaltschaft lässt nun den Baum untersuchen. «Die Frage, ob der Veranstalter das Gelände hätte schließen müssen, spielt derzeit bei den Ermittlungen keine Rolle», sagte Behördensprecher Nils Delius am Montag. Vor dem Unfall hatte der Deutsche Wetterdienst mehrfach vor Unwetter gewarnt.

WUTACHSCHLUCHT: Die Wutachschlucht im Hochschwarzwald bleibe vorerst unpassierbar, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Waldshut am Montag. Nach der Zerstörung von Wegen und Brücken sei es zu gefährlich, das Gebiet zu betreten. Die Sperrung werde für längere Zeit gelten. Bonndorfs Bürgermeister Michael Scharf sagte, es müssten neue Brücken und Wege gebaut und Hänge gesichert werden. Bergwacht und Feuerwehr suchten am Montag in der Schlucht erneut nach möglichen Verschütteten, fanden jedoch niemanden. Alle Vermissten hätten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können, erklärte die Bergwacht.

AUSSICHTEN: In den süddeutschen Unwetter-Regionen kann weiter ergiebiger Regen fallen. Auch an den Küsten werden Niederschläge erwartet. Allgemein geht dem kalendarischen Sommeranfang am Sonntag eine spürbare Abkühlung voraus - die sogenannte Schafskälte. «Die Wetterküche beruhigt sich nach einem turbulenten Wochenende wieder und hat in den nächsten Tagen keine Extreme zu bieten», fasste Magdalena Bertelmann vom Deutschen Wetterdienst am Montag die Lage zusammen. Nach Hitze und Gewittern wird es ruhiger und kühler.

GEORGIEN: Verheerende Schäden richtete ein Unwetter in der georgischen Hauptstadt Tiflis an, wo mindestens 13 Menschen starben und etwa 10 am Montag noch vermisst wurden. Die heftigsten Regengüsse seit Jahrzehnten hatten Erdrutsche und Überschwemmungen ausgelöst. Schwer getroffen war auch der Zoo von Tiflis: Dort bargen Helfer ein lebendes Krokodil und ein Wildschwein. Löwen, Wölfe, Tiger und viele andere Tiere kamen in den Fluten ums Leben. Unklar war weiter, wie viele aus ihren Gehegen ausgerissen waren. Rund um die Uhr suchten Sicherheitskräfte nach streunenden Zoobewohnern.