Zähe Verhandlungen im Kita-Konflikt

Im Tarifkonflikt um Kita-Erzieher und Sozialarbeiter zeichnet sich zunächst kein Durchbruch ab. Die Gewerkschaften Verdi, GEW und der Beamtenbund dbb sowie der kommunale Arbeitgeberverband VKA verhandelten am dritten Tag in Folge. Ein Ende der Kita-Streiks war damit zunächst noch nicht absehbar.

Zähe Verhandlungen im Kita-Konflikt
Daniel Bockwoldt Zähe Verhandlungen im Kita-Konflikt

Verdi-Chef Frank Bsirske sagte am Morgen: «Der heutige Tag wird letztlich entscheidend sein.» Für eine Lösung müssten beide Seiten weiter aufeinander zugehen. «Ob das gelingt, ist nach dem bisherigen Verlauf nicht sicher.»

VKA-Präsident Thomas Böhle zeigte sich zuversichtlicher: «Ich gehe davon aus, dass wir ein Ergebnis erzielen werden.» Dies solle noch am Mittwoch geschehen, meinte er.

Die Verhandlungen für die rund 240 000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst waren am Montag nach drei Wochen Streik fortgesetzt worden. Die Ausstände gehen aber vorerst weiter und sollen frühestens Anfang kommender Woche beendet werden. Die Gewerkschaften fordern eine bessere Bezahlung für alle, im Schnitt soll es zehn Prozent mehr geben. Die VKA bot Verbesserungen für einzelne Beschäftigtengruppen.

VKA-Präsident Böhle sagte: «Wir sind auf der Zielgeraden, das heißt, das Ziel ist in Sichtweite.» Es seien aber noch einige Anstrengungen nötig. Verdi-Chef Bsirske meinte: «Wir haben nach wie vor eine Situation, wo nicht alle Gruppen in die Aufwertung einbezogen werden sollen, was für uns ein No Go ist.» Das bedeutet, es würde nicht für alle Betroffenen mehr Geld geben - was Verdi aber unbedingt möchte.

Für Sozialarbeiter hatten die Arbeitgeber am Morgen weiterhin keine Erhöhungen vorgesehen, die auch nur annähernd den Vorstellungen der Gewerkschaften entsprochen hätten, wie die Deutsche Presse-Agentur von mehreren Seiten erfuhr. 

Die Delegationen der beteiligten Organisationen berieten am Vormittag die meiste Zeit über getrennt, aber auch die Spitzenrunde von jeweils sechs Verhandlern trat zwischendurch zusammen. Böhle sprach am Morgen noch davon, dass er «in ungefähr sechs bis acht Stunden» auf ein Ergebnis hoffe. Bsirske sagte hingegen: «Es kann in der Tat spät werden.» 

Böhle sagte: «Wenn wir ein Ergebnis erzielen, halte ich es für relativ logisch, dass nicht mehr gestreikt wird.» Für Donnerstag sind 350 Streikdelegierte von Verdi in Frankfurt/Main eingeladen. Bsirske will die Delegierten informieren, so dass diese über den Verhandlungsstand und den Streik beraten können.