Berliner Abiturientin getötet - Urteil im Prozess erwartet

Jährigen gefordert.

Beantragt wurde auch, die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Wenn das Gericht dem entspricht, wäre eine Haftentlassung zur Bewährung nach 15 Jahren ausgeschlossen.

Unmittelbar vor dem Urteil hat sich Hannas Vater zu dem Prozess in einem Brief geäußert, aus dem die «Berliner Zeitung» zitiert: «Das Urteil mag juristisch gerecht sein, auch wenn es Hanna, deren Leben plötzlich, ungerecht und auf eine unerträgliche Weise beendet wurde und deren Lebensträume wir mit ihr im Mai dieses Jahres begraben mussten, nicht gerecht werden kann.»

Der Angeklagte - ohne Beruf und Arbeit - sei des heimtückischen Mordes zur Verdeckung einer versuchten Vergewaltigung schuldig, hieß es im Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Drei bis acht Minuten lang habe der Mann das Opfer gewürgt. «Ein besonders schlimmer und qualvoller Tod», hieß es im Plädoyer.

Hanna, die Medizin studieren wollte, hatte gerade ihr Abitur mit Bravour gemeistert. Als sie in der Nacht zum 16. Mai nach einer Party auf dem Heimweg war, traf sie an einem U-Bahnhof «zufällig auf den Angeklagten - in dem Moment begann ihr Unglück», hatte Staatsanwalt Reinhard Albers gesagt. Die Schülerin habe dem Bild einer Frau entsprochen, die der 31-Jährige «als Sexualobjekt besitzen wollte». Er habe seine Zeit zumeist am Computer mit Spielen und Pornografie verbracht.

Der 31-Jährige aus dem Stadtteil Lichtenberg hatte die Tötung gestanden, aber als Unfall bezeichnet. Er sei der ihm unbekannten Frau ohne sexuelle Absichten gefolgt, als sie am Bahnhof Wuhletal ausstieg. Er habe die 18-Jährige nur kennenlernen wollen. Als er sie an der Schulter angefasst habe, seien sie gestürzt. Er habe versehentlich auf ihren Hals gedrückt. Die Staatsanwaltschaft sieht diese Version eindeutig widerlegt.

Der Verteidiger hatte auf die attestierte geringe Intelligenz des Angeklagten verwiesen. Eine verminderte Schuldfähigkeit sei nicht auszuschließen, hatte der Anwalt in seinem Plädoyer betont und sich gegen eine lebenslange Freiheitsstrafe ausgesprochen.