Berliner Autobombe: Hintergrund wohl Fehde im Kokainhandel

Hintergrund des Sprengstoff-Anschlags mit einem getöteten Autofahrer in Berlin ist wahrscheinlich eine Fehde im Drogenmilieu. «Wir gehen davon aus, dass der Hintergrund im Bereich des Kokainhandels lag», sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.

Berliner Autobombe: Hintergrund wohl Fehde im Kokainhandel
Paul Zinken Berliner Autobombe: Hintergrund wohl Fehde im Kokainhandel

Die Explosion in Berlin schreckte noch Menschen in hundert Metern Entfernung aus dem Bett. Ein Sprengsatz unter dem silbernen Passat zerstörte am Dienstagmorgen den Wagen und verletzte den Fahrer so schwer, dass er kurz danach mitten auf der großen Straße an der Deutschen Oper verblutete. Die unauffällige Beseitigung eines kriminellen Konkurrenten oder Verräters sieht anders aus. Wegen der aufsehenerregenden Methode, die eher von der italienischen Mafia bekannt ist, sprechen nach dem Mordanschlag manche über eine Machtdemonstration innerhalb der Organisierten Kriminalität.

Der Vorsitzende vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), André Schulz, sprach von einer „neuen Dimension“. Norbert Cioma aus dem Vorstand der Gewerkschaft der Polizei (GdP) nannte im RBB-Inforadio Großfamilien, Rocker oder die Russenmafia: „Sie wollten damit ein Zeichen setzen.“

Mögliche Fehde im Drogenmilieu

Schießereien zwischen Kriminellen gab es in Berlin bereits öfter, auch Morde in der Öffentlichkeit. So spektakulär wie am Dienstag wird aber selten getötet. Staatsanwaltschafts-Sprecher Martin Steltner wies auf einen möglichen „Racheakt“ hin. Wofür, war zunächst unklar.

Allerdings saß das 43-jährige Opfer, das der Polizei durch Drogen- und Falschgelddelikte bekannt war, im Ausland im Gefängnis. Möglicherweise hatte er dort zuviel über Dinge erzählt, die aus Sicht der Banden die Polizei nichts angehen. Medien berichteten auch über eine mögliche Fehde im Drogenmilieu.