Bester Monat des Dax seit 2011 erwartet

Zum Ende eines starken Börsenmonats haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt einen Gang zurückgeschaltet.

Der Dax rutschte am Freitag nach einem freundlichen Start ab. Am Nachmittag stand der hiesige Leitindex 0,20 Prozent im Minus bei 10 779,01 Punkten.

Für den Oktober steht dem Dax mit einem Plus von 11,58 Prozent dennoch der stärkste Monatsanstieg seit vier Jahren bevor. Grund ist die weltweit lockere Geldpolitik der Notenbanken. Auch auf Jahressicht sieht es für das Börsenbarometer wieder recht gut aus.

Der MDax ist hingegen schon in Sichtweite zu seiner Bestmarke bei 21 656 Punkten. Am Freitag kam der Index der mittelgroßen Werte mit einem Minus von 0,01 Prozent auf 21 114,79 Punkte allerdings nicht vom Fleck. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,54 Prozent auf 1787,52 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,39 Prozent auf 3399,96 Punkte.

Die Aktienkurse profitierten in den vergangenen Wochen von der Aussicht auf noch mehr Billiggeld der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie einer Leitzinssenkung in China. Unterstützung kommt weiterhin auch aus Japan, wo die Notenbank eine Fortsetzung ihrer umfangreichen Staatsanleihenkäufe bekannt gab.

Nach der ersten Welle von Geschäftsbilanzen standen vor dem Wochenende nur noch wenige Unternehmen aus der zweiten Reihe mit ihren Quartalszahlen im Fokus. Im Dax sorgten lediglich Analystenkommentare für Kursausschläge.

Mit plus 1,58 Prozent war Merck KgaA einer der besten Werte, nachdem die US-Bank Citigroup eine neue Kaufempfehlung für die Aktien des Chemie- und Pharmakonzerns ausgegeben hatte. Zudem kassierte das Analysehaus Kepler Cheuvreux seine Verkaufsempfehlung für ThyssenKrupp. Dies honorierten die Titel des Industrie- und Stahlkonzerns mit einem Kursanstieg von 1,11 Prozent.

Im MDax eroberte Airbus nach guten Quartalszahlen mit plus 4,14 Prozent den ersten Platz. Vor allem der Überschuss des Luftfahrt- und Rüstungskonzern sprang deutlich nach oben. Zudem baut Airbus angesichts der Auftragsflut für seine modernisierten Mittelstreckenjets die Produktion kräftig aus. Ein großer Auftrag für eine Pipeline bescherte den Aktien des Stahlkonzerns Salzgitter Kursgewinne von 3,95 Prozent.

Die Anhebung des operativen Gewinnziels (Ebitda) trieb die Titel des Bausoftware-Spezialisten Nemetschek im TecDax um 5,34 Prozent nach oben.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,32 auf 0,36 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,17 Prozent auf 140,17 Punkte. Der Bund-Future stagnierte bei 157,13 Punkten. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1017 (Donnerstag: 1,0930) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9077 (0,9149) Euro.