Bewegendes Gedenken an Opfer des Amokläufers in Tschechien

Mit einer bewegenden Trauerfeier ist in Tschechien am Mittwoch der acht Todesopfer des Amokläufers gedacht worden. Hunderte Trauernde verharrten in stillem Gedenken vor dem Restaurant «Druzba» in Uhersky Brod, rund 250 Kilometer südöstlich von Prag. Sie zündeten Kerzen an.

Bewegendes Gedenken an Opfer des Amokläufers in Tschechien
Christoph Thanei Bewegendes Gedenken an Opfer des Amokläufers in Tschechien

Die Tat sei nicht weniger schlimm als ein Terrorakt, sagte eine Anwohnerin der Deutschen Presse-Agentur. Der 62-Jährige Schütze hatte in der Gaststätte am Dienstag wahllos auf die Gäste geschossen und sich anschließend selbst getötet. Sieben Männer und eine Frau starben im Kugelhagel.

Die Polizei teilte inzwischen mit, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine aggressive Kurzschlusshandlung gehandelt habe. Der Täter müsse unter «großem psychischem Druck» gestanden haben. Zudem wurde bekannt, dass Polizeipsychologen noch vergeblich versucht hatten, mit dem Mann zu verhandeln. Als die Situation eskalierte, stürmte eine Spezialeinheit die Gaststätte.

Der tschechische Ministerpräsident drückte den Hinterbliebenen der Opfer sein Beileid aus. «Das hat mich sehr stark getroffen», sagte er dem Sender CT auf einer Südkorea-Reise. Es sei darüber nachzudenken, ob und wie sich solche Tragödien künftig vermeiden ließen, sagte der Sozialdemokrat. Schusswaffen dürften nicht in die Hände von psychisch labilen Menschen geraten.

Es gebe womöglich zu viele Waffenschein-Besitzer in Tschechien, sagte Innenminister Milan Chovanec im Fernsehen. Nach offiziellen Angaben beträgt die Zahl der legal gehaltenen Handfeuerwaffen rund 760 000. Das Land hat knapp zehneinhalb Millionen Einwohner. Auf der Suche nach möglichen weiteren Waffen stürmte eine Polizeieinheit in der Nacht auf Mittwoch das Reihenhaus des Todesschützen. Darin hatte sich dessen offensichtlich verwirrte Ehefrau verbarrikadiert. Sie kam in ärztliche Behandlung.

Der Stadtrat von Uhersky Brod hat nach Angaben von Bürgermeister Patrik Kuncar auf einer Sondersitzung erste finanzielle Zuwendungen für die Familien der Hinterbliebenen beschlossen.