Bewegung im Streit um Kaiser's-Tengelmann-Übernahme

In den Streit um die geplante Übernahme der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann durch Edeka kommt Bewegung.

Ein Sprecher des Bundeskartellamtes, bei der Behörde sei inzwischen eine Stellungnahme der Unternehmen zum angedrohten Veto der Wettbewerbsaufsicht eingegangen. Der «Tagesspiegel» (Samstag) hatte vorab darüber berichtet.

Das Kartellamt hatte Mitte Februar angedeutet, eine Übernahme von 451 Kaiser's-Tengelmann-Supermärkten durch Deutschlands größten Lebensmittelhändler Edeka wegen erheblicher wettbewerbsrechtlicher Bedenken zu untersagen. Doch ließ das Verfahren den Unternehmen die Möglichkeit, diese Bedenken durch Zugeständnisse noch auszuräumen.

Die jetzt eingegangenen Stellungnahmen enthielten aber offenbar noch keine derartigen Vorschläge. Der Kartellamtssprecher betonte, die Frist für die Entscheidung laufe «nach heutigem Stand unverändert am 6. März ab». Hätten die Unternehmen Nachbesserungen angeboten, hätte sich die Frist automatisch um einen Monat verlängert.

Die Firmen wollen aber einen Schritt auf die Wettbewerbshüter zugehen und in den nächsten Tagen ein solches Angebot abgeben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus informierten Kreisen. Dabei werde es darum gehen, Filialen in der Region südlich von München aus dem Edeka-Paket herauszunehmen. Beide Unternehmen bestätigten die Abgabe einer Stellungnahme, wollten zum Inhalt aber keine Angaben machen. Bei Tegelmann hieß es lediglich, man halte den Entscheidungsentwurf der Bonner Behörde in wesentlichen Teilen für angreifbar.