Böhmermanns Video-Fake bleibt ein Thema

Jan Böhmermann (34) hat in seiner Sendung «Neo Magazin Royal» die Verwirrung über das Stinkefinger-Video des griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis ausgekostet.

Böhmermanns Video-Fake bleibt ein Thema
Jörg Carstensen Böhmermanns Video-Fake bleibt ein Thema

«Wenn ich gerade irgend'n geschmacklosen Scherz über Natascha Kampusch gemacht haben sollte: das war doctored, das war ein Fake», sagte der Moderator am Donnerstagabend. «Dieser Witz hat nie stattgefunden. Spulen Sie zurück, Sie werden diesen Witz nicht entdecken.»

Der ZDF-Entertainer hatte zuvor große Aufregung verursacht, indem er zunächst behauptet hatte, er habe das Stinkefinger-Video gefälscht. Stunden später stellte das ZDF dann klar: Die Behauptung war nur eine Satire-Aktion. Böhmermann hatte das Video mit dem Griechen nicht manipuliert, obwohl ein Internet-Clip zu seiner Sendung «Neo Magazin Royale» genau dies aufwendig vorgaukelte.

Außer dem schon bekannten Clip, in dem sich Böhmermann - satirisch - als Fälscher des «Stinkefingers» rühmt, war in seiner halbstündigen Sendung am Donnerstagabend nichts Neues dazu zu sehen. Die Einschaltquote dürfte gleichwohl um ein Vielfaches höher gewesen sein als sonst. Möglicherweise hat Böhmermann damit nun den Sprung aus der Nische ganz nach vorn geschafft - seine Namensbekanntheit dürfte jedenfalls binnen 24 Stunden massiv zugenommen haben.

Im Netz blieb «Varoufakefake» jedenfalls ein großes Thema. «Ich glaube, der
wird eine Ikone des deutschen Fernsehens werden», schrieb jemand bei Twitter. «Alle meinen jetzt, es gestern schon gewusst zu haben», stellte ein anderer fest. Und dann ein Vorschlag: «Für jeden Tweet zum
bekommen die Griechen 2 Euro.»

Mitunter wurde die Frage diskutiert, ob Böhmermann dieses Mal zu weit gegangen sei. Viele andere fanden, dass das ZDF die Satire zu früh als solche aufgelöst habe. «De Kölsche Jung» twitterte: «Ich habe übrigens das Fake-Bekenntnis des
gefaked.»