Biathlet Doll auf dem Podium - Fourcade Gesamtsieger

Mansijsk (dpa) - Der zweite Podestplatz innerhalb von drei Tagen überraschte Biathlet Benedikt Doll selbst am meisten. «Ich bin selber ein bisschen verwundert, weil ich dachte, das sind nicht meine Strecken. Und auch heute habe ich es nicht erwartet.»

Biathlet Doll auf dem Podium - Fourcade Gesamtsieger
Sergei Chirikov Biathlet Doll auf dem Podium - Fourcade Gesamtsieger

«Ich dachte, ich werde Vierter», berichtete der 25-Jährige nach der spannenden Verfolgung in Chanty-Mansijsk. Doch statt neben dem Podium zu stehen, landcete der Schwarzwälder mit Platz zwei hinter dem kanadischen Überraschungssieger Nathan Smith seinen größten Erfolg.

«Das ist wirklich toll», meinte Doll, der zwei Tage zuvor schon Dritter im Sprint geworden war und damit erstmals in seiner Karriere auf dem Stockerl stand. Am Sonntag kann er im Massenstart sogar noch einen drauflegen.

Da, wo Martin Fourcade steht, will Doll auch mal hin - nach ganz oben. Der Franzose schrieb Biathlon-Geschichte und gewann als erster Skijäger zum vierten Mal in Serie den Gesamtweltcup. Dafür reichte ihm hinter seinem ärgsten Verfolger Anton Schipulin aus Russland Rang vier. «Das ist wirklich sehr gut. Das ist eine tolle Auszeichnung für mich», sagte der 26 Jahre alte Superstar, der sich zudem die Disziplinwertung in der Verfolgung sicherte. Zuvor hatte er bereits die Kleine Kristallkugel als Sprint-Bester gewonnen.

Der vom Deutschen Matthias Ahrens gecoachte Smith setzte nach WM-Silber im Sprint mit seinem ersten Weltcupsieg das nächste Achtungszeichen. Aber auch Doll, der zu Saisonbeginn nicht mal zum Weltcupteam gehörte, untermauerte eindrucksvoll sein großes Potenzial. «Es hat sich im Saisonverlauf schon angedeutet, dass er gute Fortschritte auch im Schießen gemacht hat. Das hat er eindrucksvoll genutzt heute», lobte Bundestrainer Mark Kirchner in der ARD seinen Schützling. Und auch für Doll lag der Schlüssel zum Erfolg am Schießstand: «Da hatte ich heute die nötige Ruhe.»

Das starke Teamergebnis rundeten Daniel Böhm als Fünfter und Arnd Peiffer auf Rang sechs ab. Verfolgungsweltmeister Erik Lesser musste sich diesmal mit Rang 25 begnügen, nahm es aber mit Humor: «Der Ski war Bombe, aber der Lesser nicht. Das Teamergebnis ist super, das verspricht einiges für den Massenstart.» Johannes Kühn wurde 31.

In dem spannenden Rennen kämpften Doll und Peiffer bis zum Schluss um den Sieg mit. Doch Doll leistete sich beim finalen Schießen einen Fehler, Peiffer gar zwei. Weil aber auch Fourcade und Schipulin patzten, sicherte Doll Rang zwei ab. «Nach dem letzten Schießen war ich sehr nervös, denn ich habe ich damit gerechnet, dass mich Martin und Anton einholen. Aber sie kamen nicht», berichtete Doll lächelnd.

Für Simon Schempp ist die Saison vorzeitig beendet. Wegen einer Erkältung verzichtete der Staffel-Weltmeister auf die Verfolgung und den Massenstart. Damit kann der dreimalige Saisonsieger in der Weltcup-Gesamtwertung nicht mehr unter die besten Drei kommen.