Biathleten bei Staffel-WM-Generalprobe auf Rang drei

Arnd Peiffer drückte mit einem dicken Brummschädel im Hotel die Daumen, Simon Schempp fieberte von Deutschland aus mit: Auch ohne ihre beiden Weltmeister sind die deutschen Biathleten bei der WM-Generalprobe mit der Staffel als Dritte auf das Podest gelaufen.

Biathleten bei Staffel-WM-Generalprobe auf Rang drei
Karl-Josef Hildenbrand Biathleten bei Staffel-WM-Generalprobe auf Rang drei

Erik Lesser, Andreas Birnbacher, Daniel Böhm und Benedikt Doll leisteten sich zum Abschluss des Weltcups in Presque Isle zwar insgesamt elf Nachlader und damit die meisten der Top-Teams. Doch Schlussläufer Doll, der zwischenzeitlich als Sechster fast eine Minute Rückstand auf die Spitze hatte, lief eine fantastische letzte Runde und sicherte den Podestplatz. Den Sieg nach 4 x 7,5 Kilometern sicherten sich klar die Norweger vor Frankreich. Die Deutschen hatten 42,6 Sekunden Rückstand auf die Spitze und 12,5 auf Position zwei.

«Leider mussten wir unfreiwillig ja zwei aus dem Rennen nehmen. Nichtsdestotrotz wollen wir in jedem Rennen ums Podest kämpfen, den Anspruch haben wir. So haben wir die Jungs eingestellt und das haben sie umgesetzt», sagte Bundestrainer Mark Kirchner der ARD.

Im Eisschrank von Maine bei minus 14 Grad überzeugte Startläufer Lesser mit zwei tadellosen Schießeinlagen. Vor allem stehend zog er diesmal schnell durch, nachdem er tags zuvor in der Verfolgung gleich fünfmal gepatzt hatte. «Ich habe am Schießstand meinen Job gemacht und diesmal in der letzten Runde Akzente gesetzt und alles reingelegt», sagte Lesser, der Birnbacher einen Vorsprung von 17 Sekunden mitgab.

Doch der 34-Jährige geriet durch drei Nachlader im eigentlich leichteren Liegendanschlag fast eine halbe Minute in Rückstand, brauchte bei seinem Einsatz insgesamt gleich fünf Extrapatronen. «Liegend hatte ich das Gefühl, getroffen zu haben. Ich kann mir die Fehler nicht erklären, das ist blöd gelaufen», sagte der Bayer.

Da auch Weltmeister Daniel Böhm, in dieser Saison überhaupt nicht in Form und als einziger ohne WM-Norm, weiter an Boden verlor, ging «Rennsemmel» Doll (Lesser über seinen Teamkollegen) als Sechster mit einem Rückstand von einer Minute in die Loipe. Doch der 24-Jährige drehte mächtig auf und lief wie entfesselt ins Ziel.

Peiffer war wie Simon Schempp für den Testlauf gut zweieinhalb Wochen vor der WM in Oslo (3. bis 13. März) gesetzt. Doch nach seinem dramatischen Sturz in der Verfolgung am Freitag, bei dem er eine mittelschwere Gehirnerschütterung, Prellungen und Schürfwunden erlitt, lag er im Hotel. Aber er konnte zumindest Entwarnung geben. «Die Röntgen- und CT-Untersuchungen im Krankenhaus haben keine Brüche oder Hirnblutungen ergeben. Man könnte sagen, ich hatte noch Glück im Unglück», schrieb er am Samstag auf seiner Facebook-Seite. Bundestrainer Mark Kirchner sagte der ARD: «Ich hoffe, dass die Kopfschmerzen schnell verschwinden, das wäre mit Blick auf die WM wichtig.»

Der leicht angeschlagene Weltmeister Schempp hatte als Vorsichtsmaßnahme mit Blick auf den Saisonhöhepunkt nach dem Auslassen der Einzelrennen auch auf die Staffel verzichtet und war bereits nach Hause geflogen. Auch andere Top-Stars wie der Franzose Martin Fourcade oder Anton Schipulin aus Russland ließen die Staffel aus und reisten bereits nach Hause ab.