Biathleten starten mit Mixed-Staffel in Saison

Die deutschen Biathleten werden beim Auftakt in den neuen Weltcup-Winter im schwedischen Östersund ihre Erinnerungen an die Mixed-Staffeln der vergangenen Saison ausblenden. Denn diese sind alles andere als positiv.

Biathleten starten mit Mixed-Staffel in Saison
Igor Kupljenik Biathleten starten mit Mixed-Staffel in Saison

So verlief die Olympia-Premiere des gemischten Doppels in Sotschi mit Platz vier denkbar unglücklich. Zumal nach dem Dopingfall von Evi Sachenbacher-Stehle und der Annullierung ihrer Rennergebnisse das deutsche Team gänzlich aus den Ergebnislisten verschwand.

Auch beim Saisonauftakt vor einem Jahr in Östersund kam das deutsche Quartett mit fünf Strafrunden und insgesamt 18 Nachladern als Siebter abgeschlagen ins Ziel. Das soll an diesem Sonntag (15.30 Uhr) ganz anders laufen. Da nehmen Franziska Hildebrand, Franziska Preuß, Arnd Peiffer und Simon Schempp die 2 x 6 Kilometer für die Damen und 2 x 7,5 Kilometer für die Herren in Angriff. «Ich hoffe natürlich, dass wir uns besser platzieren als im letzten Jahr. Mann gegen Mann, sowohl auf der Strecke als auch am Schießstand, das gefällt mir», sagte der frühere Sprint-Weltmeister Peiffer.

Die Mixed-Staffel hat sich vom ungeliebten Programm-Auffüller zum anerkannten Rennen gewandelt, nicht zuletzt dank der Aufnahme ins olympische Programm. «Die anderen Staffeln werden mit Sicherheit auch gut aufgestellt sein. Dann bekommt man schon mal einen guten Vergleich», meinte Schlussläufer Schempp. «Es hilft enorm, mit einem starken Team zu trainieren. Wir pushen uns gegenseitig. Wer innerhalb des Teams gut dabei ist, wird sich auch im Weltcup gut behaupten können.»

Auch die beiden «Ladies» freuen sich auf ihren ersten Einsatz. «Eine Staffel macht einfach Spaß», erklärte Hildebrand. Ihre Namensvetterin Franziska Preuß fiebert ihrer Mixed-Premiere entgegen: «Ich bin ganz schön nervös und gespannt, wo wir uns einordnen werden. Ich finde es außerdem richtig cool, auch mal mit den Männern zusammen zu laufen.»

Miriam Gössner wird derweil für ihr Comeback nach mehrmonatiger Verletzungspause geschont. «Wir möchten Miri die Möglichkeit geben, in den Einzelrennen weiter ihre Form zu finden und sich positiv weiterzuentwickeln. Es wäre definitiv zu früh für sie gewesen, in der Mixed-Staffel gleich Verantwortung übernehmen zu müssen», erklärte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig.

Er und Männer-Chefcoach Mark Kirchner gehen optimistisch in die Rennen. «Ziel ist es natürlich, bereits mit den ersten Rennen gut in die Saison einzusteigen. Auch wenn die WM der Saisonhöhepunkt ist: Von den Deutschen wird erwartet, dass sie auch im Weltcup vorne dabei sind. Wir wollen die gesamte Saison über konkurrenzfähig sein», meinte der dreimalige Olympiasieger Kirchner.

Derweil muss Laura Dahlmeier auf einen Start in Östersund verzichten. Sie laboriert noch an den Nachwirkungen einer Verletzung am rechten Sprunggelenk, die sich die 21-Jährige bei einem Bergunfall im August zugezogen hatte. Sie wird voraussichtlich vor Weihnachten kein Weltcup-Rennen mehr bestreiten können.

«Es ist für mich jetzt erst einmal wichtig zu wissen, dass die Verletzung hundertprozentig ausgeheilt ist. Deshalb ist es besser, jetzt geduldig zu bleiben, um dann wieder im Vollbesitz meiner Kräfte ins Renngeschehen eingreifen zu können», sagte Dahlmeier, die in der Vorsaison bei ihrem Weltcup-Debüt gleich für Furore gesorgt hatte und eine der Hoffnungen im deutschen Team ist.

Hönig schmerzt der Ausfall. «Laura fehlt natürlich sehr. Sie ist eine feste Größe in der Mannschaft und hätte nach ihren Leistungen in den letzten Jahren sicher eine Führungsrolle übernehmen können. Aber das Wichtigste ist jetzt, dass ihre Verletzung komplett ausheilt und sie ganz gesund wird», sagte der Bundestrainer.