Biathlon in Hochfilzen: Kein Schnee, aber viele Träume

Miriam Gössner fühlt sich nach ihrer langen Leidenszeit wie ein «junges Reh». Die Biathletin will in diesem Winter endlich das Image als schlechte Schützin ablegen.

Biathlon in Hochfilzen: Kein Schnee, aber viele Träume
Christine Olsson Biathlon in Hochfilzen: Kein Schnee, aber viele Träume

«Es stört mich brutal, dass die Leute denken, ich kann nicht schießen. Ich kann das und das werde ich zeigen», kündigte die 25-Jährige vor dem Weltcup in Hochfilzen an. «Man kriegt da den Stempel, die läuft schnell und trifft nichts. Das ist dann wirklich nicht angenehm», sagte die Garmischerin.

Einen ganz anderen Ruf hat Laura Dahlmeier, die als exzellente Schützin im Biathlon-Zirkus gilt. Die Staffel-Weltmeisterin kehrt im Sprint nach ihrer wechselhaften Vorbereitung aufgrund von Erkrankungen zurück. Die Vize-Weltmeisterin in der Verfolgung warnt vor allzu hohen Erwartungen, hat sie doch Veränderungen an ihrem Gewehrschaft vorgenommen. Auch weiß die 22-Jährige nicht genau, ob die Form schon stimmt.

Ganz andere Sorgen hat Franziska Hildebrand, zuletzt in Östersund als Verfolgungs-Dritte beste deutsche Skijägerin. Die 28-Jährige fühlt sich in der Öffentlichkeit nicht richtig wahrgenommen. In Tirol fürchtet sie zudem etwas die steilen Abfahrten. «Die Strecke ist sehr hart, sehr eisig.» Von Miriam Gössner gab es Nachhilfe.

Schon etwas unter Druck nach seinen acht Fahrkarten am Schießstand in Östersund steht Simon Schempp. «Jetzt hoffe ich, dass ich in Hochfilzen gleich wieder ein ordentliches Rennen mache, dann ist der Kopf auch schnell wieder frei», sagt der als bester deutscher Skijäger gehandelte Uhinger. Podestplätze sind auch für die anderen deutschen Skijäger mit Verfolgungs-Weltmeister Erik Lesser an der Spitze nicht völlig unmöglich.

Vor seinem Weltcup-Debüt steht Matthias Bischl vom SV Söchering. Der 27-Jährige wurde als Ersatz für Arnd Peiffer nominiert. Der zweimalige Östersund-Zweite hatte seine Teilnahme wegen einer Erkältung absagen müssen. Bischl hatte sich zuletzt bei einem Sprint-Wettkampf im schwedischen Idre als Dritter erstmals im IBU-Cup einen Einzel-Podestplatz geholt.

Für die Sprintrennen am Freitag (11.30 Frauen und 14.30 Männer/ARD und Eurosport) übten die Skijäger unter strahlend blauem Himmel, aber der Schnee war Mangelware. «Das Schneeband ist schon etwas komisch. Vielleicht muss man sich einfach dran gewöhnen, dass es vor Weihnachten bei uns im Alpenraum nicht mehr so viel Schnee haben wird», glaubt Laura Dahlmeier.

Deshalb haben die Organisatoren im Pillerseetal aus 10 000 Kubikmetern Schnee eine Loipe geformt. Für insgesamt 20 Millionen Euro wird die Arena für die Weltmeisterschaft im Februar 2017 renoviert. Vieles, wie die Indoor-Schießhalle, ist sogar schon fertig.