Bislang nur ein Bauarbeiter an eingestürzter Brücke tot

Polizei und Innenministerium haben ihre Angaben zur Zahl der Toten bei dem Gerüsteinsturz auf einer Baustelle an der Autobahn 7 in Unterfranken nach unten korrigiert. Entgegen erster Angaben sei nach aktuellem Stand ein Arbeiter ums Leben gekommen, teilten beide Seiten mit.

Bislang nur ein Bauarbeiter an eingestürzter Brücke tot
Nicolas Armer Bislang nur ein Bauarbeiter an eingestürzter Brücke tot

Zuvor war von «mehreren» beziehungsweise vier Toten die Rede gewesen. Zudem wurden mindestens sechs der Arbeiter schwer und weitere leicht verletzt. An der Autobahnbrücke wurde am Abend noch nach vermissten Bauarbeitern gesucht.

Fünf Rettungshubschrauber und Hundestaffeln seien in Unterfranken im Einsatz. Hinzu kämen mehr als 150 Helfer von Rettungsdienst, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk. Die Polizei richtete ein Info-Telefon für Angehörige ein.

Ein Teilstück der neuen Brücke war auf einer Länge von 40 Metern eingestürzt und hatte mehrere Arbeiter mit sich gerissen. Insgesamt arbeiteten 20 Arbeiter auf der Baustelle. Die Fahrbahn des neuen Brückensegments stürzte rund 20 Meter in die Tiefe. Dabei stürzte auch ein Baugerüst ein. Das Unglück ereignete sich direkt über einer Landstraße, die unter der Brücke entlang führt. Ob dort Autos fuhren, als das Brückenteil herabstürzte, war zunächst unklar.

Innenminister Herrmann zeigte sich sehr betroffen über das Unglück. «Den Angehörigen spreche ich mein tiefstes Beileid aus. Den Verletzten wünsche ich eine schnelle Genesung», sagte er nach Mitteilung seines Ministeriums.

Die betroffene Talbrücke Schraudenbach nahe Werneck zwischen der Raststätte Riedener Wald und dem Kreuz Schweinfurt/Werneck ist etwa 50 Jahre alt und gilt als marode. Sie soll abgerissen und neu errichtet werden.

Der Verkehr auf der Autobahn 7 sei von dem Unglück nicht direkt betroffen, da er noch über die alte Brücke laufe, sagte die Polizei. Wegen Schaulustiger sei ein Stau entstanden, es bestehe jedoch keine Gefahr für den laufenden Verkehr.