Blatter-Beben: So geht es weiter für die Hauptfiguren

Nach Eröffnung eines Strafverfahrens gegen Joseph Blatter geht das Beben in der Fußball-Welt weiter. Der FIFA-Präsident steht vor dem Aus, UEFA-Chef Michel Platini muss sich zumindest unangenehme Fragen gefallen lassen.

Blatter-Beben: So geht es weiter für die Hauptfiguren
Ennio Leanza Blatter-Beben: So geht es weiter für die Hauptfiguren

Die wichtigsten Figuren im Korruptionsskandal um den Weltverband im Überblick:

Zumindest die erste Reaktion seiner Anwälte deutete nicht auf einen kampflosen Verzicht auf das Amt als FIFA-Präsident hin. Der von der Schweizer Bundesanwaltschaft beanstandete Vertrag für Übertragungsrechte für die WM in Südafrika sei «von den Mitarbeitern korrekt vorbereitet und verhandelt worden», ließ Blatters Rechtsvertreter verlauten. Gegen den 79 Jahre alten Schweizer wird wegen «Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung» und Veruntreuung ermittelt.

Dies wird auch eine Ermittlung der Untersuchungskammer der FIFA-Ethikkommission nach sich ziehen. Sollte dies eine Suspendierung zur Folge haben, wäre dies voraussichtlich das vorzeitige Ende von Blatter als Weltverbands-Chef. Für Ende Februar ist bislang die Wahl seines Nachfolgers geplant.

Für diese Wahl galt bislang eigentlich Michel Platini als großer Favorit. Doch auch wenn der Franzose aufgrund einer Zahlung von Blatter in Höhe von zwei Millionen Schweizer Franken an ihn nur als Auskunftsperson gehört wurde, ist Platini ins Zwielicht geraten. «Dieser Betrag steht in Bezug zu meiner Arbeit, die ich unter einem Vertrag mit der FIFA geleistet habe und ich bin froh, dass ich diese Angelegenheit mit den Behörden klarstellen konnte», teilte Platini mit.

Vor allem muss er aber erklären, warum er für Dienste zwischen Januar 1999 und Juni 2002 knapp neun Jahre später im Februar 2011 von seinem früheren Intimus bezahlt wurde. In diesem Jahr unterstützten die UEFA-Verbände Blatter im Wahlkampf gegen den Katari Mohamed bin Hammam.

 Sollte Blatter vorzeitig seines Amtes enthoben werden, würde satzungsgemäß vorerst der FIFA-Vizepräsident Issa Hayatou aus Kamerun den Posten übernehmen. Vom Internationalen Olympischen Komitee war er 2011 wegen Zahlungen einer Marketingfirma sanktioniert worden. Mehrfache Anschuldigungen, dass Hayatou von Katar vor der Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 1,5 Millionen Dollar für seine Stimme bekommen habe, wurden nie bewiesen.

Mit der Karibischen Fußball-Union, deren Präsident Jack Warner damals war, soll Blatter 2005 einen für die FIFA ungünstigen Vertrag abgeschlossen haben. Warner selbst steht im FIFA-Skandal unter Korruptionsverdacht. Der 72-Jährige aus Trinidad ist derzeit gegen eine Kaution von 2,5 Millionen Dollar auf freiem Fuß. Die US-Justiz hatte im Juli offiziell um seine Auslieferung ersucht. Darüber wird die Justiz in Trinidad und Tobago aber nach einer Entscheidung am Freitag erst im Dezember entscheiden.