Blatter: Keine Kenntnis über ISL-Bestechung

Der suspendierte FIFA-Präsident Joseph Blatter hat jede Kenntnis über die Bestechungen durch die inzwischen bankrotte Sportmarketing-Firma ISL an Fußball-Funktionäre in den 90er Jahren bestritten.

«Das stimmt nicht», sagte der Schweizer in einem Interview des Südwestrundfunks (SWR) in Bezug auf die Behauptung der BBC, dass er «vollständige Kenntnis von allen Aktivitäten» gehabt und «jederzeit» informiert gewesen sei.

Der britische Sender BBC stützt sich auf einen Brief, der von Blatters Vorgänger als FIFA-Chef, Joao Havelange, stammen soll. Der Brasilianer gehörte wie sein ehemaliger Schwiegersohn Ricardo Teixera zu den Funktionären, die von der ISL rund 100 Millionen Dollar (92 Millionen Euro) erhalten haben sollen.

In dem laufenden Verfahren der US-Justiz gegen mittlerweile mehrere Dutzend Fußball-Funktionäre und führende FIFA-Offizielle bestritt Blatter ebenfalls jede Kenntnis der Vorgänge. «Sicher hab' ich das nicht gewusst. Wenn ich gewusst hätte, was die machen, hätte ich ein Fragezeichen gemacht, hätte gesagt, hört mit dem auf. Ich bin sauer. Ich bin aber auch sauer, dass ich für alles verantwortlich sein soll. Das kann ich ja nicht», sagte der wegen einer dubiosen Millionenzahlung an UEFA-Boss Michel Platini suspendierte Blatter.