«Blitz-Marathon»: Erste Raser bei Tempokontrollen erwischt

Beim ersten bundesweiten «Blitz-Marathon» hat die Polizei bereits reihenweise Temposünder erwischt. Fast 15 000 Polizisten kontrollieren an mehr als 8700 Stellen bis Freitagmorgen 24 Stunden lang Autofahrer.

«Blitz-Marathon»: Erste Raser bei Tempokontrollen erwischt
Axel Heimken «Blitz-Marathon»: Erste Raser bei Tempokontrollen erwischt

Voraussichtlich wird bei weit mehr als einer Million Autofahrer das Tempo gemessen. In Dortmund sei ein Raser bereits zweimal geblitzt worden, teilte die Polizei am Vormittag mit. Das erste Mal raste er trotz der groß angekündigten Aktion mit Tempo 96 statt 50 Stundenkilometern in eine Kontrollstelle. Dabei wurde festgestellt, dass er seine Kfz-Steuer nicht bezahlt hatte, wie die Polizei mitteilte. Mit quietschenden Reifen fuhr er wutentbrannt davon - und landete mit Tempo 78 direkt in der nächsten Tempofalle.

In Krefeld geriet ein Lama ins Visier der Tempokontrolleure. Das entlaufene Tier verhinderte dort eine Weile weitere Kontrollen, weil die Beamten alle Mühe hatten, das über Motorhauben springende Tier wieder einzufangen. Wie schnell das Lama war, wurde nicht bekannt.

Die Innenministerkonferenz hatte die bundesweite Aktion im Mai beschlossen. Alle 16 Bundesländer und Stadtstaaten beteiligen sich. Inzwischen werde die Idee aus Nordrhein-Westfalen auch in Ländern wie Finnland, Portugal und Polen kopiert, hieß es in Düsseldorf.

Die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten ist im bevölkerungsreichsten Bundesland seit vergangenem Jahr überdurchschnittlich stark gesunken. «Zu schnelles Fahren ist überall Killer Nummer 1. Jeder dritte Verkehrstote ist Opfer zu hoher Geschwindigkeit. Dagegen mobilisieren wir heute bundesweit», sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Donnerstag laut Mitteilung in Düsseldorf.

Der ADAC befürwortet die Maßnahme. Allerdings sollten die Polizisten Temposünder direkt auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen, um einen Lerneffekt zu erzielen. Der Verein «Mobil in Deutschland» steht der Aktion hingegen kritisch gegenüber. Der einzige Grund des «Blitz-Marathons» sei, die Staatskasse zu füllen.

Dem widerspricht die Polizei vehement: Bei bisherigen «Blitz-Marathon» in Nordrhein-Westfalen sei die Quote der Autofahrer, die zur Kasse gebeten wurden, nur etwa halb so hoch wie bei normalen unangekündigten Verkehrskontrollen. Es gehe darum, die Autofahrer zu langsamerem Fahren zu bewegen. Ergebnisse der bundesweiten Mess-Aktionen werden frühestens am Freitag vorliegen, da die Aktion bis Freitagmorgen andauert.