Bündnis warnt vor «Zwei-Klassen-Hilfe» in Nepal

In Nepal kritisieren Helfer Ansätze einer «Zwei-Klassen-Hilfe». «Fakt ist, im Moment werden Touristen bevorzugt behandelt und viele andere fallen hinten runter», sagte Rainer Brockhaus, Präsident des kirchlichen Bündnisses Entwicklung Hilft. «Die Hubschrauber fliegen dorthin, wo sie Geld bekommen.»

Bündnis warnt vor «Zwei-Klassen-Hilfe» in Nepal
Robin Van Lonkhuijsen Bündnis warnt vor «Zwei-Klassen-Hilfe» in Nepal

Die lokalen Mitarbeiter und Partnerprojekte der neun Organisationen, die im Bündnis zusammengeschlossen sind, seien derzeit auf dem Weg in die ärmeren, schwer zugänglichen Gebiete des Himalaya-Staates. Es gebe noch keinerlei Überblick, wie die Situation dort sei. «Ich fürchte, wir werden von dort noch unerfreuliche Nachrichten hören.»

Roswitha Kupke (Brot für die Welt) hat selbst sechs Jahre in Nepal gelebt: «Es gibt nur eine große asphaltierte Straße. Die engen Täler sind nur zu Fuß zugänglich, oft über unzählige Brücken. Keine Ahnung, in welchem Zustand die sich befinden.» Aus Kathmandu berichtete Barbara Zilly (Welthungerhilfe) via Sykpe: «Hier sind immer noch alle geschockt und haben Angst vor Nachbeben.» Weil die Menschen trotz starker Regenfälle und drohender Gewitter unter offenem Himmel übernachteten, würden die angeforderten 5000 Zeltplanen sehnlichst erwartet.

Peter Mucke, Geschäftsführer von Entwicklung Hilft, berichtete von einer großen Spendenbereitschaft der Deutschen. Das Bündnis habe bis zum Mittwoch bereits mehr als 1,3 Millionen Euro sammeln können. «Geldspenden sind der schnellste Weg, etwas zu erreichen», sagte Brockhaus. Von Sachspenden oder gar persönlichem Einsatz vor Ort hingegen sei unbedingt abzuraten.