Boateng kann spielen - Schweinsteiger muss warten

Grünes Licht für Abwehrchef Jérôme Boateng, Kapitän Bastian Schweinsteiger muss weiter warten. Nach einem Härtetest im Abschlusstraining meldete sich Innenverteidiger Boateng bereit für einen Startelf-Einsatz im EM-Achtelfinale gegen die Slowakei.

Das bestätigte Joachim Löw einen Tag vor dem Start der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in die K.o.-Runde am Sonntag (18.00 Uhr) in Lille. «Im Grunde genommen hat die Wade heute gehalten. Er hatte keine Probleme, er hat alles absolviert. Er wird morgen spielen», sagte der Bundestrainer der ARD-Sportschau. Schweinsteiger ist weiter als Ersatzkraft vorgesehen.

Boateng hatte das Abschlusstraining am Samstag im DFB-Basisquartier in Évian-les-Bains mit bestritten. Der 27 Jahre alte Innenverteidiger absolvierte schon vor dem offiziellen Beginn unter Aufsicht von Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt einen Härtetest. Dazu gehörten auch 30-Meter-Sprints. Im Teamtraining trat Boateng, der sich beim 1:0-Sieg zum Gruppenabschluss gegen Nordirland die Wadenverletzung zugezogen hatte, dann mit neontürkisen Fußballschuhen auch wieder gegen den Ball.

Schweinsteiger ist weiter als Einwechselspieler eingeplant. Nach zwei schweren Knieverletzungen und einer langen Rehabilitationsphase hat der 31-Jährige bei der EM bisher nur 23 Minuten gespielt. «Bastian Schweinsteiger ist auf einem guten Weg. Er wird immer besser, immer sicherer, immer selbstbewusster», berichtete Löw: «Er hat seine Defizite aufgearbeitet.»

Allerdings schloss der Bundestrainer auch an: «Wenn man ihn von Anfang an spielen lässt, dann muss man auch davon ausgehen, dass er 90 Minuten durchhält, möglicherweise länger. Da bin ich mir nicht zu hundertprozentig sicher. Aber ich weiß, ich kann ihn zu jeder Zeit bringen». Schweinsteiger soll sein Aufbauprogramm weiter fortsetzen. «Wenn er noch paar Tage länger hat, dann kommt er noch ein bisschen weiter», erklärte Löw mit Blick auf angestrebte weitere EM-Aufgaben.

Der Weltmeister will beim ersten Alles-oder-nichts-Spiel Stärke zeigen. «Wir sind vollkommen im Soll. Ich denke, dass wir zu 100 Prozent da sind», erklärte der bisherige Turnierkapitän Manuel Neuer. Löw sieht sein Team nach der Vorrunde trotz der mangelnden Offensiv-Effektivität «auf gutem Weg».