Böhmermann lässt «Neo Magazin Royale» ausfallen

Nach dem Wirbel um sein Schmähgedicht wird die nächste Ausgabe von Jan Böhmermanns «Neo Magazin Royale» nicht produziert. Das hätten die Produktionsfirma btf GmbH und der Satiriker entschieden, heißt es auf der Facebook-Seite der Sendung.

Böhmermann lässt «Neo Magazin Royale» ausfallen
Ole Spata Böhmermann lässt «Neo Magazin Royale» ausfallen

Grund sei die massive Berichterstattung und der damit verbundene Fokus auf die Sendung und den Moderator. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem ZDF gefallen. Das bestätigte ein Sprecher des Senders in Mainz. «Wir respektieren die Entscheidung der Produktionsfirma und von Jan Böhmermann und haben Verständnis für deren Begründung», sagte er.

Ein mögliches Strafverfahren gegen Böhmermann wird im Auswärtigen Amt kritisch gesehen. «Wir sind skeptisch, ob das Strafrecht der richtige Weg sein kann», verlautete aus dem Umfeld von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Die Türkei verlangt, dass Böhmermann wegen eines «Schmähgedichts» über Staatschef Recep Tayyip Erdogan strafrechtlich verfolgt wird. Die Bundesregierung prüft deshalb, ob sie die Staatsanwaltschaft ermächtigt, Böhmermann wegen Beleidigung eines Staatsoberhaupts zu verfolgen. Erdogan hat zudem in Mainz, dem Sitz des ZDF, als Privatperson einen Strafantrag wegen Beleidigung gestellt.

Böhmermann hatte das Gedicht in seinem ZDF-«Neo Magazin Royale» präsentiert und für Erdogan bewusst beleidigende Formulierungen benutzt. Damit wollte er nach eigener Darstellung die Unterschiede zwischen in Deutschland erlaubter Satire und verbotener Schmähkritik deutlich machen, wie er in seiner Sendung vom 31. März erläutert hatte.

Böhmermanns ZDF-Kollege Oliver Welke, Moderator der satirischen «heute-show», attackierte die Kanzlerin. Zu einem «Fall Böhmermann» sei die Sache erst geworden, als sich Angela Merkel (CDU) dazu habe zitieren lassen, sagte Welke der «Bild»-Zeitung . «Ein großer Fehler, der ihr hoffentlich leid tut.» Merkel hatte über ihren Regierungssprecher mitteilen lassen, dass sie Böhmermanns Schmähgedicht «bewusst verletzend» finde.