Bolivien feiert Rekord-Präsident Morales

Mit einem Feiertag würdigt der Andenstaat Bolivien heute die Rekord-Präsidentschaft des seit genau zehn Jahren regierenden Amtsinhabers Evo Morales. Er ist damit der am längsten regierende Präsident seit der Unabhängigkeit von Spanien 1825.

Bolivien feiert Rekord-Präsident Morales
Marcelo Perez Del Carpio Bolivien feiert Rekord-Präsident Morales

Das Pro-Kopf-Einkommen ist in dem früher als «Armenhaus Südamerikas» bezeichneten Land nach Daten der Weltbank seit 2006 von 1120 Dollar auf knapp 3000 Dollar gestiegen. In La Paz war für Freitag ein Festakt mit Militärs, tausenden Indigenas und Campesinos, Gewerkschaftern und sozialen Bewegungen geplant.

Allerdings schwindet die Zustimmung, der linksgerichtete frühere Kokabauer will das Jubiläum auch zum Wahlkampf nutzen: Am 21. Februar stimmt Bolivien über eine Verfassungsreform ab, die dem bis 2019 gewählten Morales eine Amtszeit bis 2025 sichern soll.

Laut einer Umfrage liegen die Befürworter mit 41:38 Prozent nur knapp vor dem Nein-Lager. Kritiker werfen ihm und seiner Partei, der Bewegung zum Sozialismus (MAS), einen autoritären Stil, zu große Nähe zu China und die Rohstoffförderung in ökologisch sensiblen Gebieten vor. Er versucht mit den Einnahmen aus dem verstaatlichen Gasgeschäft die Infrastruktur auszubauen - so will er Brasilien und Peru dafür gewinnen, eine über 3500 Kilometer lange Bahnlinie vom Atlantik zum Pazifik durch sein Land zu bauen, um Güter schneller Richtung Asien transportieren zu können.

Zudem will er mit russischer Hilfe bei La Paz ein Atomzentrum errichten, das die Grundlage für den Bau eines Atomkraftwerks liefern könnte. Auch bei der Bundesregierung warb er zuletzt verstärkt für Investitionen, etwa bei der Förderung von Lithium, ein begehrter Rohstoff für den Bau von Elektro-Auto-Batterien.