Boll-Team im EM-Finale gegen Portugal

Das zweite Gold-Double rückt immer näher. Ein Jahr nach dem Doppelsieg bei der EM in Schwechat stehen auch bei der Europameisterschaft in Lissabon die Damen und Herren des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) in beiden Endspielen.

Boll-Team im EM-Finale gegen Portugal
Tiago Petinga Boll-Team im EM-Finale gegen Portugal

Das Herren-Trio mit Timo Boll, Steffen Mengel und Dimitrij Ovtcharov kann am Sonntag gegen Gastgeber Portugal mit dem siebten Titel in Serie einen EM-Rekord aufstellen. Die DTTB-Damen streben gegen Österreich ihren sechsten Titel in der Turnier-Geschichte seit 1958 an.

«Im Endspiel werden uns die Portugiesen alles abverlangen», warnte Rekord-Europameister Boll. Der 33 Jahre alte Routinier führte die DTTB-Auswahl am Samstagabend beim 3:1 gegen Kroatien mit einer überragenden Leistung in das Endspiel. In einem packenden Halbfinale, das wegen Regentropfen auf dem Hallenboden mit Verspätung begann, bewies das Team von Bundestrainer Jörg Roßkopf gute Moral. Es steckte die nicht unerwartete Auftakt-Niederlage des EM-Debütanten Mengel gegen den kroatischen Spitzenspieler Andrej Gacina prima weg.

Boll schaffte gegen Tan Ruiwu den Ausgleich, und Einzel-Europameister Dimitrij Ovtcharov brachte den Titelverteidiger wie erhofft mit einem Drei-Satz-Sieg gegen Tomislav Kolarek in Führung. Im Spitzeneinzel fügte Ausnahmekönner Boll, der in Lissabon bereits sein zwölftes EM-Turnier bestreitet, Gacina mit 3:0 die erste Turnier-Niederlage bei. Für den Düsseldorfer Bundesligaspieler war es dagegen im achten Einzel der achte Sieg.

Auf Boll und Ovtcharov, dessen Form von Tag zu Tag besser wird, ruhen nun die Hoffnungen beim zweiten Turnier-Duell mit Portugal. Die Iberer hatten in der Vorrunde beim turbulenten 1:3 gegen Deutschland immerhin mehr als drei Stunden Widerstand geleistet. Der 3:1-Erfolg im Halbfinale gegen Schweden, mit dem die Portugiesen vor 1000 euphorischen Fans erstmals das Finale erreichten, dürfte den Außenseiter noch mehr beflügeln.

Auch das Damen-Finale ist eine Neuauflage, in der Vorrunde siegten die deutsche Auswahl glatt mit 3:0 gegen Österreich. «Das wird ein ganz anderes Spiel», warnte die Berlinerin Petrissa Solja. «Österreich wird mehr kämpfen. Wir müssen alles zeigen.»

Das klare 3:0 gegen Schweden im Halbfinale lieferte wenig Erkenntnisse. Die Skandinavierinnen traten ohne Einzel-Europameisterin Li Fen an, Bundestrainerin Jie Schöpp verzichtete auf die deutsche Meisterin Shan Xiaona. «Das war leichter als erwartet», gestand die deutsche Führungsspielerin Han Ying.