Boll verhindert mit Mühe WM-Aus - Mengel/Solja stark

Rekord-Europameister Timo Boll hat mit viel Mühe ein Zweitrunden-Aus im Einzel bei der Tischtennis-WM in China verhindert.

Boll verhindert mit Mühe WM-Aus - Mengel/Solja stark
Rolex Dela Pena Boll verhindert mit Mühe WM-Aus - Mengel/Solja stark

Einen Tag nach der schmerzhaften Niederlage im Doppel setzte sich der Routinier in Suzhou mit 4:2-Sätzen gegen den unerwartet starken Polen Jakub Dyjas durch. Boll geriet mit 1:2 in Rückstand, ehe er mit einem Kraftakt die Wende erzwang und sich für den dritten Durchgang gegen Joao Monteiro aus Portugal qualifizierte.

«Das Gefühl einer Zweitrunden-Niederlage kenne ich ja. Das wollte ich nicht noch einmal erleben», erinnerte Boll an die WM 2003 in Paris. Damals war er als Nummer eins der Weltrangliste früh rausgeflogen. Diesmal machte der zukünftige Ochsenhausener Bundesligaspieler Dygas dem 34 Jahre alten Routinier das Siegen sehr schwer. «Ich kannte ihn nicht so gut. Er hat mich überrascht und so gut wie keine kleinen Fehler gemacht. Ich musste mir jeden Punkt hart erkämpfen», sagte Boll.

Die Nachwehen des kräftezehrenden Doppel-Matches am Vortag wollte er nicht als Grund für seinen Zittersieg anführen. Dafür bekam Petrissa Solja aus Berlin die Nachteile einer Mehrfach-Belastung zu spüren.
Die deutsche Meisterin verlor mit 3:4 gegen Katarzyna Grzybowska aus Polen. Wenige Minuten vorher hatte sich Solja an der Seite von Steffen Mengel für das Viertelfinale im Mixed qualifiziert. Dort spielt das Duo zum Abschluss des Wettkampftages gegen die Kombination Xu Xin/Yang Haeun (China/Südkorea) um eine Medaille.

«Wenn ich eine Medaille hole, vergesse ich mein Einzel», erklärte Solja. Sie konnte nicht ihre zuletzt starken Leistungen abrufen und haderte mit dem Zeitplan: «Ich musste von Box zu Box eilen, den Schläger zur Kontrolle abgeben und das Trikot wechseln. Das ist keine perfekte Vorbereitung.» Sabine Winter im Einzel sowie die Damen-Duos Kristin Silbereisen/Sabine Winter und Nina Mittelham/Petrissa Solja verloren jeweils gegen asiatische Konkurrentinnen.