Kartellamt nimmt Ableser von Heiz- und Wasserkosten unter die Lupe

Wegen des Verdachts möglicher Wettbewerbseinschränkungen nimmt das Bundeskartellamt den Markt für Ablesedienste für Heiz- und Wasserkosten unter die Lupe. Kartellamtspräsident Andreas Mundt kündigte am Donnerstag an, die Behörde wolle mit der Sektoruntersuchung «etwaige Wettbewerbsprobleme aufdecken».

Kartellamt nimmt Ableser von Heiz- und Wasserkosten unter die Lupe
Jens Kalaene Kartellamt nimmt Ableser von Heiz- und Wasserkosten unter die Lupe

Der Markt für Ablesedienste ist nach Angaben Mundts sehr konzentriert. Neben kleinen lokalen Dienstleistern gebe es nur wenige bundesweit aktive Anbieter.

Neben der Marktstruktur wollen die Wettbewerbshüter auch die Preise und Erlöse für die Erfassung und Berechnung der Heiz- und Wasserkosten prüfen, die in Deutschland überwiegend von den Mietern getragen werden. Außerdem will die Behörde die Verhandlungsmacht der Ableseunternehmen gegenüber Immobilieneigentümern untersuchen.

Der Deutsche Mieterbund begrüßte den Vorstoß des Kartellamts. «Der Verdacht, dass die Preise zu hoch sind, liegt auf der Hand», sagte der Sprecher des Mieterbunds, Ulrich Ropertz, dem «Tagesspiegel» (Freitag). Der Markt werde von vier bis fünf Firmen beherrscht, die alle ähnliche Angebote und Preise hätten.

Das Bundeskartellamt kann eine derartige Untersuchung eines Wirtschaftszweiges durchführen, wenn besondere Umstände vermuten lassen, dass der Wettbewerb im Inland möglicherweise eingeschränkt oder verfälscht ist. Dabei handelt es sich um eine Branchenuntersuchung, nicht um ein Verfahren gegen bestimmte Unternehmen.