Boom bei neuen Adress-Endungen im Internet blieb aus

Ein Jahr nach der Einführung der neuen generischen Adress-Endungen (nTLD) im Internet zieht der Anbieter Strato eine nüchterne Bilanz.

Boom bei neuen Adress-Endungen im Internet blieb aus
Frank Rumpenhorst Boom bei neuen Adress-Endungen im Internet blieb aus

Der erhoffte Boom auf die neuen Domains sei insgesamt ausgeblieben, resümiert der Internet-Provider. «Wir wussten, dass wir von den neuen Domain-Endungen profitieren werden, der große Domain-Boom mit mehreren Millionen Registrierungen aber nicht eintreten wird», sagte Strato-Chef Christian Böing.

Die neuen Adressen stünden auch ein Jahr nach ihrer Einführung erst am Anfang ihrer Entwicklung. Das belege auch eine repräsentative Studie, die der Domain-Anbieter zum Jahrestag bei Forsa in Auftrag gegeben habe.

Demnach hat bislang nur knapp jeder zweite Internetnutzer von den neuen Domain-Endungen wie .berlin, .hamburg oder .guru bislang gehört. Gut die Hälfte der Nutzer, die die neuen Endungen kennen, sehen einen Nutzen darin, ergab die Befragung unter 1114 Internetnutzern im Alter von 18 bis 69 Jahren. 37 Prozent von ihnen finden dagegen die bisherigen Adress-Endungen völlig ausreichend.

Mehr als 300 000 neue Top Level Domains sind demnach im vergangenen Jahr in Deutschland registriert worden. Dabei haben auch die traditionellen Endungen .de und .com zugelegt. Einen Verdrängungswettbewerb gab es dagegen bei den bisherigen Endungen .net, .info und .biz, auf die viele ausgewichen waren, wenn ihr Wunschname unter .de oder .com nicht mehr verfügbar war.

Zu den am meisten gefragten neuen Adress-Endungen gehörten demnach .berlin, .bayern, .koeln, .hamburg und .club. Die regionale Endung .ruhr habe dagegen kaum Interessenten gefunden. Deutschland ist bei den Registrierungen im europäischen Vergleich das führende Land nach Großbritannien und Frankreich. Weltweit rangiert Deutschland bei den Registrierungen auf dem dritten Platz nach den USA und China.