Boris Becker wäscht schmutzige Wäsche

Der Moment ist schon ein wenig in Vergessenheit geraten. 1985, im zarten Alter von 17 Jahren, reckte ein entfesselter, junger Tennisspieler die Fäuste in den Himmel.

Boris Becker wäscht schmutzige Wäsche
Carsten Rehder Boris Becker wäscht schmutzige Wäsche

Boris Becker hatte das Wunder geschafft, das Turnier auf dem heiligen Rasen von Wimbledon gewonnen - und wurde so zum Helden einer ganzen Nation. Heute ist der junge Mann von damals 45 Jahre alt und hat zum zweiten Mal seine Memoiren geschrieben. Was genau drinsteht, weiß bislang nur die «Bild»-Zeitung, die Auszüge aus dem Buch mit dem Titel «Das Leben ist kein Spiel» exklusiv veröffentlichen darf.

Das Thema der ersten Becker-Story in «Bild»: «Die Scheidungs-Schlacht mit Barbara». Der ehemalige Tennis-Profi wäscht, mehr als zehn Jahre nach der Scheidung von seiner ersten Frau, öffentlich schmutzige Wäsche. Das kommt überraschend, hatte Becker sein harmonisches Patchwork-Familienleben mit den gemeinsamen Kindern Noah und Elias, der unehelichen Tochter Anna, der neuen Frau Becker, Lilly, und dem jüngsten Spross Amadeus doch relativ öffentlich zelebriert.

Nur einen kleinen Streit gab es Anfang des Jahres, als Barbara, ehemals «Babs», öffentlich über das Verhältnis zu ihrem Ex-Mann sprach. «Dazu muss ich feststellen, dass man irgendwann die Vergangenheit ruhen lassen sollte!!», twitterte Boris Becker damals verstimmt und forderte seine Ex-Frau auf, seinen Nachnamen abzulegen. In seiner Biografie sieht er das mit der ruhenden Vergangenheit nun offenbar anders.

«Scheidungskrimi - das hört sich spannend an», schreibt Becker jetzt laut «Bild». «Aber für diejenigen, die in dem Rosenkrieg drinstecken, geht der Unterhaltungswert gegen Null.» Das hindert ihn aber nicht daran, detailliert darüber zu berichten.
Er erzählt von eskalierenden Streitigkeiten in seiner ersten Ehe, und obwohl er schreibt «In diesem Familiendrama war ich, daran besteht kein Zweifel, das Arschloch», erhebt er auch schwere Vorwürfe gegen Ex-Frau Barbara.

Für die folgenschwere «Besenkammer»-Episode, die ja gar keine war, wie er vor einiger Zeit dem englischen Sender ITV verriet («Es passierte auf einer Treppe zwischen den Toiletten») liefert er in seinem neuen Buch auch eine Erklärung: «Ich sehnte mich nach Liebe, Geborgenheit und Intimität», schreibt er. «Und wenn man das zu Hause nicht bekommt, dann kann es passieren, dass man sich das woanders nimmt, wenn sich die Gelegenheit bietet.» Aus der kurzen Affäre mit Angela Ermakowa ging die Tochter Anna hervor.

Ob es in Beckers Biografie auch um Sport geht, das weiß bislang nur die «Bild». Im öffentlichen Leben des ewigen Leimeners aber ist der längst in den Hintergrund getreten. Schlagzeilen macht er heute vor allem mit privaten Geschichten. Die Kurzzeit-Verlobung mit Sandy Meyer-Wölden (inzwischen Alessandra Pocher) ist nur eine davon. Eine Jury von zwölf Klatschexperten wählte ihn auf Platz zwei der «Beliebtesten Klatsch-Objekte 2002». Nur Dieter Bohlen musste er sich geschlagen geben. Laut «Stern» war Becker 2008 so oft auf den Titelseiten wie kein anderer deutscher Star.

Seine Verlobung mit Lilly, zu der er nach der Sandy-Episode reumütig zurückkehrte, wurde erst auf Thomas Gottschalks Sofa bei «Wetten, dass...» hinausposaunt und dann im hausgemachten Web-TV vermarktet. Und als seine Ex Sandy sich mit Comedian Oliver Pocher zusammentat, kam es zum offenen Schlagabtausch zwischen den Paaren Becker und Pocher - gerne über soziale Medien.

Das Twittern ist heute eine Lieblingsbeschäftigung des Ex-Tennisstars. Dort teilt er gerne Fotos seiner Liebsten - wie zuletzt auf dem Münchner Oktoberfest - und kommentiert das Weltgeschehen. «Morgen ist Wahl....bitte geht alle waehlen!!! Ich bin fuer # Angela Merkel.... seit clever und macht das richtige...,aber jedem das seine...» (Rechtschreibfehler im Original).

Laut dem Twitter-Auswerter «socialbakers» ist Becker mit rund 234 000 Followern zur Zeit auf Platz 6 der deutschen Promis mit dem größten Gefolge. Auch die Eheleute Becker kommunizieren untereinander gerne über die Plattform. So beschwerte sich Lilly Becker am Mittwoch bei ihrem Gatten: «your phone doesn't work but you can use twitter ??» («Dein Telefon funktioniert nicht, aber Du kannst twittern??»)

Als bekannt wurde, dass Becker sein neues Buch auf den Markt bringt, berichtete die Zeitschrift «Bunte» von der Klageandrohung einer Ex-Freundin gegen die 288 Seiten starke Autobiografie. Nach Angaben des Münchner Herbig-Verlages, in dem das Buch erscheint, lag bis zum Mittwoch aber nichts dergleichen vor.

Am 2. Oktober soll das Buch auf den Markt kommen - mit einer Auflage von 100 000 Exemplaren. Der Verlag erwartet nach Angaben einer Sprecherin nicht weniger als «Platz 1 Sachbuchbestseller Spiegel». An diesem Donnerstag geht es aber erstmal in der «Bild»-Zeitung weiter. Dann schreibt Becker: «Sandy liebte den roten Teppich mehr als mich.»