Bosch setzt auf vernetztes Elektrowerkzeug

Abhilfe für vergessliche Handwerker: Die Elektrowerkzeugsparte von Bosch will das Geschäft mit internetfähigen Produkten weiter ausbauen - und dazu unter anderem Werkzeugkästen mit dem Handy vernetzen. In diesem Herbst soll demnach eine Technik auf den Markt kommen, mit der Profis ihr Equipment digital auf Vollständigkeit prüfen oder verlorene Geräte finden können.

Bosch setzt auf vernetztes Elektrowerkzeug
Daniel Maurer Bosch setzt auf vernetztes Elektrowerkzeug

«Konnektivität heißt das Zauberwort», sagte der Geschäftsführer von Bosch Power Tools, Henning von Boxberg, am Mittwoch in Leinfelden bei Stuttgart. Die Vernetzung von Produkten mit dem Internet ist für die Sparte, die neben Elektrowerkzeug auch Zubehör, Gartengeräte und Messtechnik verkauft, demnach ein wichtiger Wachstumstreiber.

Weitere Beispiele für internetfähige Produkte sind Messgeräte, die sich mit dem Smartphone verbinden können oder ein Roboter-Rasenmäher, der sich per Handy steuern lässt. «Technische Weiterentwicklungen, zum Beispiel im Bereich Konnektivität, bringen wir in die Entwicklung neuer Produkte ein», sagte der Manager.

2014 war die Sparte vor allem dank Innovationen um 5 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro gewachsen. Den Angaben zufolge legte sie dabei in allen wichtigen Märkten zu. Ohne Währungseffekte wäre das Plus noch etwas höher gewesen. Zur Einordnung: Bosch als Gesamtkonzern machte 2014 nach vorläufigen Zahlen rund 49 Milliarden Euro Umsatz.

Boxberg zufolge erzielte Power Tools im vergangenen Jahr mehr als ein Drittel der Erlöse mit Produkten, die jünger als zwei Jahre alt waren. 2015 soll der Umsatz wieder deutlich wachsen. Allein in Deutschland kommen im laufenden Jahr demnach mehr als 100 Neuheiten auf den Markt.

Wichtige Wachstumstreiber neben der Vernetzung sind Boxberg zufolge auch Akku-Produkte. Künftig bietet die Sparte etwa mobile Lademöglichkeiten für Geräte an, mit denen Handwerker ihre Ausrüstung während schon der Fahrt zur Baustelle laden können.

Einen weiteren Fokus legt die Sparte auf aufstrebende Länder, für die sie speziell konzipierte, günstigere Produkte anbietet. Dazu zählt Boxberg zufolge auch der russische Markt, an dem Bosch trotz der aktuellen Krisensituation festhalten will.