Boxenstopp mit ZZ Top

Die Bärte fliegen wieder: Seit über 40 Jahren ist das texanische Trio ZZ Top in Sachen Bluesrock unterwegs. 1980 trat die US-Band beim «Rockpalast» in Essen erstmals in Deutschland auf, jetzt sind die drei Desperados für drei Konzerte mal wieder im Land.

Boxenstopp mit ZZ Top
Boxenstopp mit ZZ Top

Nach dem Auftakt im Juni im Hamburger Stadtpark (30.6.) treten ZZ Top im Juli noch in der Zitadelle Spandau (1.) und beim Tollwood Sommerfestival in München (2.) auf. Im Gepäck haben sie das aktuelle von Rick Rubin produzierte Album «La Futura», das 2012 nach einer Platten-Pause von neun Jahren erschienen ist. Nicht die einzige Beigabe.

Dass Billy Gibbons (g) und Dusty Hill (b) schon mit Rauschebärten auf die Welt gekommen sind, ist ein Gerücht. Ein Blick ins Booklet des jetzt erschienen Boxsets «The Studio Albums 1970-1990» ist Beweis genug. Schlagzeuger Frank Beards Bartbeitrag zur Rock'n'Roll-Geschichte ist dagegen nicht der Rede wert.

Auch wenn die gestanden Bluesrocker aus Texas die Frequenz ihrer Plattenveröffentlichungen zurückgeschraubt haben, zu Beginn ihrer Karriere hauten sie durchschnittlich alle zwei Jahre eine Platte raus. Die ersten zehn sind jetzt gebündelt in einer Box neu erschienen.

Mit einer rauen Mischung aus Country, Blues, Rock'n'Roll und Boogie entwickelte das Trio ein bis heute funktionierendes Erfolgsrezept, das zwischenzeitlich durch Synthesizer elektronisch und zeitgemäß aufgepeppt wurde. Von gestern wollte die Band nie sein, deren musikalische Wurzeln weit in die Historie zurückgreifen - und sie sind es auch nie gewesen. Auch im MTV-Zeitalter mischten sie - inzwischen zu bärtigen Ikonen geworden - munter mit. Und mit «Gimme All Your Lovin'», «Sharp Dressed Man», «La Grange» oder «Tush» haben ZZ Top Songs für die Ewigkeit geschrieben.

Gleich mit ihrem ersten Album «ZZ Top's First Album» (1970) lieferte das Trio die Blaupause für über 40 Jahre Erfolg: Das Debüt ist «ein schmutziges, kleines Bluesrock-Album, voll mit fuzzy Gitarren, Barrelhouse-Rhythmen, schmutzigen Witzen und texanischem Slang», schreibt «Allmusic.com». An der Verfeinerung sollten die Band fortan arbeiten, die 2004 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde.