Brandkatastrophe in New York: Sieben Geschwister tot

Das rote Backsteinhaus steht noch, doch wo einst die Fenster waren klaffen nun schwarze verkohlte Löcher. Innerhalb weniger Stunden fraßen sich Flammen durch das Wohngebäude im New Yorker Stadtteil Brooklyn - und löschten eine Großfamilie fast völlig aus.

Brandkatastrophe in New York: Sieben Geschwister tot
Peter Foley Brandkatastrophe in New York: Sieben Geschwister tot

Sieben Geschwister im Alter zwischen 5 und 16 Jahren kamen bei dem Brand ums Leben. Eine weitere Schwester und die Mutter konnten sich bei dem Feuer in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) rechtzeitig in Sicherheit bringen, wie die Feuerwehr mitteilte.

«Das ist eine unfassbare Tragödie», sagt New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio an der Unglücksstelle. «Man kann sehen, dass das einmal ein Haus für eine große, starke Familie war und jetzt ist sie ausgelöscht. Jedes Zimmer ist leer, verbrannt und verkohlt. Es ist so schmerzhaft, so schwierig. Jeder New Yorker kann diesen Schmerz jetzt spüren.» Bei dem Vorfall handelt es sich um die schlimmste Feuer-Tragödie in New York seit 2007, als bei einem Brand im Stadtteil Bronx neun Kinder und eine Frau aus derselben Familie ums Leben kamen.

Ursache des Brandes war ersten Untersuchungen zufolge eine Kochplatte in der Küche des Hauses. Darauf hatte die jüdische und streng religiöse Familie Essen warmhalten wollen - denn am Sabbat zwischen dem Sonnenuntergang am Freitag und dem Samstagabend schreibt ihnen die Religion vor, dass sie keine elektrischen Geräte - wie beispielsweise einen Herd - benutzen dürfen. Doch die Platte funktionierte anscheinend nicht richtig und löste das Feuer aus. Rauchmelder soll es der Feuerwehr zufolge nur im Keller gegeben haben. Nachbarn riefen schließlich die Feuerwehr.

Da hatten sich die Flammen schon durch das Treppenhaus ausgebreitet und die Schlafzimmer erreicht. Drei Mädchen im Alter von 6, 11 und 16 Jahren und vier Jungen im Alter von 5, 8, 10 und 12 Jahren wurden in ihren Betten verbrannt. Nachbar Andrew Rosenblatt hörte ihre Schreie, wie er der «New York Times» erzählte: «Mami, Mami, hilf mir!»

Mehr als 100 Feuerwehrmänner kämpften sich gegen die Flammen stundenlang zu den Kindern durch. Ein Mädchen wurde noch im Haus für tot erklärt, die anderen sechs Geschwister in Krankenhäusern. «Es ist für uns schon schwer, ein Kind zu finden. Aber ein ganzes Haus voller Kinder, die nicht wiederbelebt werden können - das wird unsere Leute noch eine ganze Weile belasten», sagte der Chef der New Yorker Feuerwehr, Daniel Nigro.

Die 45 Jahre alte Mutter und eine 15 Jahre alte Tochter konnten sich retten, indem sie durch Fenster im ersten Stock des Hauses sprangen. Schwer verletzt wurden beide in Krankenhäuser gebracht. Die Mutter habe zuvor noch versucht, Hilfe zu holen, sagte Nigro. «Sie hat es tapfer versucht, auch wenn sie schwere Verbrennungen hatte. Sie war sehr mutig.» Der Vater war zu dem Zeitpunkt nicht zu Hause, sondern auf einer Konferenz außerhalb New Yorks. Die Rettungskräfte erreichten ihn erst viele Stunden später - als er nach Ende des Sabbats sein Handy wieder einschaltete.

«Das waren die nettesten und am besten erzogendsten Kinder», sagte Nachbar Isaac Apton der «New York Times». «Es war eine wunderbare Familie.»