Braukonzern AB Inbev stockt SABMiller-Angebot auf

Der milliardenschwere Übernahmepoker zwischen den Braukonzernen Anheuser-Busch Inbev und SABMiller spitzt sich zu.

Braukonzern AB Inbev stockt SABMiller-Angebot auf
Julien Warnand Braukonzern AB Inbev stockt SABMiller-Angebot auf

Der weltgrößte Brauer AB Inbev will mit einem erhöhten Angebot und der Zustimmung des größten Aktionärs von SABMiller dessen Widerstand gegen einen Zusammenschluss brechen. AB Inbev (Beck's) bietet je Aktie der Briten nun 42,15 britische Pfund, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Das entspricht einem Gesamtbetrag von 68,2 Milliarden Pfund (92 Mrd Euro). Doch die Briten lehnten in einer ersten Stellungnahme die Offerte als zu niedrig ab. Das Angebot werde nun formell geprüft.

Laut AB Inbev hatten zwei vorherige Angebote in Höhe von 38 und 40 Pfund je Aktie nicht zum Erfolg geführt. Nun kommen die Belgier den Großaktionären von SABMiller neben einem höheren Gebot auch damit entgegen, dass diese einen Teil des Kaufpreises in Aktien erhalten und so am möglichen neuen Braugiganten beteiligt bleiben können.

Die Rechnung ging teilweise auf: Der SABMiller-Großaktionär und US-Tabakkonzern Altria (Marlboro) teilte mit, die Übernahmepläne zu unterstützen und am neuen Konzern beteiligt bleiben zu wollen. Altria hielt zuletzt 26,6 Prozent der SABMiller-Anteile und forderte den Verwaltungsrat auf, zügig zu handeln und dem Angebot zuzustimmen.

Ein Kauf von SABMiller durch AB Inbev wäre eine der größten Übernahmen in der Wirtschaftsgeschichte. AB-Marken wie Beck's, Budweiser und Stella Artois kämen unter ein Dach mit bekannten SAB-Namen wie Foster's, Pilsner Urquell und Grolsch. Knapp jedes dritte Bier weltweit käme aus den Braukesseln des neuen Konzerns.

Der Druck in der Branche ist groß: In den Industrieländern geht der Bierdurst zurück, nur durch Zukäufe kommen die großen Unternehmen noch zu Wachstum. SABMiller ist vor allem im afrikanischen und asiatisch-pazifischen Raum stark, AB Inbev in Mittel- und Südamerika. Überschneidungen gibt es in den USA und China. Besonders in den USA rechnen Analysten damit, dass die Unternehmen größere Beteiligungen verkaufen müssten, um den Deal bei Wettbewerbshütern durchzubringen.

Als Leidtragender eines Zusammenschlusses der beiden Platzhirsche gilt vor allem der bisher Drittplatzierte Heineken (Amstel, Desperados). Die Niederländer kaufen nun ihrerseits dem britischen Spirituosenkonzern Diageo Teile seines Biergeschäfts ab. Für mehrere Beteiligungen bezahlt der Brauer insgesamt 696 Millionen Euro. Heineken baue damit sein Standbein in Märkten wie Südostasien und der Karibik aus, teilte der Konzern am Mittwoch mit.

Heineken erwirbt Diageos Mehrheitsanteil an dem jamaikanischen Getränkeunternehmen D&G, dem unter anderem die Bier-Marken Red Stripe und Dragon gehören. Zudem kaufen die Niederländer Diageo aus dem Bierunternehmen GAPL heraus, das in Malaysia und Singapur Marken wie Tiger, Anchor oder auch Guinness vertreibt.